Hessen | Zugang zu Säule II des Startup-Schutzschildes

Für die Umsetzung der Säule II des Startup-Schutzschildes hat das Land Hessen das Beteiligungsspektrum des Fonds Hessen Kapital I GmbH um das Kriseninterventionsprogramm „Liquiditäts-Beteiligungen“ für kleinere und mittlere Unternehmen sowie Startups erweitert.

Diese werden durch stille und ausnahmsweise auch offene Beteiligungen durch die BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen den Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Die folgende Darstellung soll einen ersten Überblick über den Umsetzungsstatus der Säule II im Land Hessen liefern und basiert auf Informationen der Webseite der BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen.

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Wer wird gefördert?

Zielgruppe

 

Zielgruppe des Förderprogramms sind kleine und mittlere Unternehmen, die aufgrund der Coronapandemie für Ihre Existenzsicherung zusätzliche Liquidität benötigen.

 

 

Fördervoraussetzungen

 

Die konkreten Fördervoraussetzungen entscheiden sich abhängig davon, ob eine stille oder offene Beteiligung angestrebt wird.

 

Fördervoraussetzungen für stille Beteiligungen Fördervoraussetzungen für offene Beteiligungen
Es werden Unternehmen gefördert, die…

  • ihre Betriebsstätte oder ihre Niederlassung in Hessen haben
  • die gültige EU-Definition eines KMUs erfüllen (maximal 250 Beschäftigte, weniger als 50 Mio. € Jahresumsatz oder weniger als 43 Mio. € Bilanzsumme, Unabhängigkeit von einem Großunternehmen)
  • am 31.12.2019 kein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ im Sinne des Art. 2 Nr. 18 der EU-Verordnung Nr. 651/2014 waren
Es werden Unternehmen gefördert, die…

  • ihre Betriebsstätte oder ihre Niederlassung in Hessen haben
  • die gültige EU-Definition eines KMUs erfüllen (maximal 250 Beschäftigte, weniger als 50 Mio. € Jahresumsatz oder weniger als 43 Mio. € Bilanzsumme, Unabhängigkeit von einem Großunternehmen)
  • vor fünf Jahren oder früher gegründet wurden (Tag der Eintragung ins Handelsregister ist maßgeblich)

Wie wird gefördert?

Als Förderinstrumente stehen den förderberechtigten Unternehmen stille Beteiligungen primär zur Verfügung, sowie in Ausnahmefällen auch offene Beteiligungen.

Die Beteiligung darf 800.000 € je Unternehmen und Unternehmensgruppe nicht überschreiten. Die Höhe der Beteiligung ist auf das zum 31.12.2019 vorhandene Eigenkapital des Antragstellers inklusive der Gesellschafterdarlehen, Nachrangdarlehen und stillen Beteiligungen begrenzt.

 

Konditionen der stillen Beteiligung Konditionen der offenen Beteiligung
  • in der Regel 8 Jahre Laufzeit, abhängig vom Verwendungszweck
  • Festvergütung von 3,5% p.a.
  • Gewinnabhängige Vergütung von nicht mehr als 1,5% p.a. der jeweiligen Einlage, aber nicht mehr als 50 % des Jahresgewinns
  • Rückzahlung zum Nennwert der Beteiligung in drei Raten: 20% nach 6 Jahren, 20% nach 7 Jahren, 60% nach 8 Jahren
  • Einmalige Bearbeitungsgebühr von 1% der Beteiligungssumme
  • Kündigung nach mindestens 5 Jahren Laufzeit möglich, mit einer Kündigungsfrist von 12 Monaten
  • Hessen Kapital I erwirbt einen Anteil am Stammkapital/Grundkapital der Gesellschaft, entsprechend des Unternehmenswertes unter Einbeziehung der Zukunftsperspektive
  • Die Konditionen einer offenen Beteiligung sind frei verhandelbar
  • Bei Antragsstellung ist eine einmalige Bearbeitungsgebühr von 1,0% der Beteiligungssumme zu entrichten
  • Vor Auszahlung der Beteiligungsmittel ist in der Regel ein gemeinsames Exitszenario zu entwickeln
  • Bei Verkauf der Anteile der Hessen Kapital I haben die Gesellschafter ein Erwerbsrecht

Was wird gefördert?

Mögliche Verwendungszwecke
  • Aufwendungen zur Liquiditätssicherung
  • Aufwendungen zur Überbrückungsfinanzierung
  • Aufwendungen zum Wiederhochfahren des Unternehmens
  • Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
  • Aufwendungen für Genehmigungs- und Prüfverfahren
  • Investitionen in das Anlagevermögen
  • Investitionen und Aufwendungen für die Markteinführung und Markterschließung
  • Erstellung von Prototypen
  • Anlaufkosten der Gesellschaft
  • Expansionsfinanzierung

 

Im Hinblick auf offene Beteiligung gilt zudem, dass die gewährten Mittel nicht dazu eingesetzt werden dürfen, die Finanzen des Unternehmens zu sanieren, d.h. die „alleinig vergangenheitsorientierte finanzielle Disposition zur Wiederherstellung eines intakten Eigenkapitals und einer angemessenen Kapitalstruktur“.

Wie wird der Antrag gestellt?

Der Antragsprozess erfolgt in sechs Schritten: Anfrage, Prüfung, Entscheidungsvorlage, Entscheidung, Vertrag und Auszahlung

 

Dabei ist die Förderanfrage sowie der tatsächliche Beteiligungsantrag an die Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen zu richten. Welche Unterlagen den Beteiligungsantrag beigelegt werden müssen, könnt ihr hier nachlesen (S. 8-9).

Die Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen prüft die Antragsunterlagen und erarbeitet eine Entscheidungsvorlage als Grundlage für die finale Förderentscheidung.