Wiederholungstäter: Gründer würden wieder gründen

Ein Unternehmen gründen, um in der Startup-Szene mitfeiern zu können? Die Realität sieht anders aus.
Lange Arbeitstage und kaum Freizeit, das Buhlen um Investoren, der stetige Kampf mit der Verwaltung und nicht zuletzt die Sorge, ob die eigene Idee sich am Ende am Markt durchsetzen wird oder womöglich die Pleite droht.  Dennoch würden 95 Prozent der Gründer den Schritt jederzeit wieder gehen. Das ist ein Ergebnis unseres Startup-Reports 2017.

Gründer raten zum Gründen

8 von 10 Gründern (79 Prozent) würden auch anderen jungen Menschen empfehlen, ein Startup zu gründen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 250 Startup-Gründern in Deutschland. Gleichzeitig gibt gut jeder dritte Gründer (31 Prozent) an, dass er bei der Gründung Angst hatte, mit seinem Startup zu scheitern und damit als Versager zu gelten. Daher gilt es, eine Kultur der zweiten und dritten Chance zu errichten. Selbst Gründer, die nicht zum Ziel kommen, verdienen Respekt für den Mut, etwas gewagt zu haben und sollten sich um eine gesellschaftliche Stigmatisierung nicht sorgen müssen.

Startup-Report 2017

Weitere wesentliche Ergebnisse der Startup-Studie sind:

  • Zwei Drittel der Startups (64 Prozent) haben 2016 neue Arbeitsplätze geschaffen, im laufenden Jahr wollen drei Viertel (77 Prozent) zusätzliche Mitarbeiter einstellen.
  • Im Schnitt beschäftigt jedes Startup in Deutschland aktuell 18 Mitarbeiter. Vor einem Jahr waren es erst 15 Mitarbeiter.
  • Mehr als jedes zweite Startup (53 Prozent) konnte bereits einmal eine Stelle nicht besetzen, weil es an geeigneten Kandidaten fehlte. Vor allem Entwickler werden häufig gesucht.
  • 7 von 10 Startups benötigen für die kommenden zwei Jahre frisches Kapital, im Schnitt werden 2,5 Millionen Euro gebraucht. Eine große Mehrheit (85 Prozent) ist aber zuversichtlich, das Kapital einsammeln zu können.
  • Nur 14 Prozent der Startups halten einen Börsengang in Zukunft für denkbar, 14 Prozent schließen ihn grundsätzlich aus. Für zwei Drittel (65 Prozent) ist der Gang auf das Parkett aktuell kein Thema.
  • Mehr als die Hälfte der Gründer (55 Prozent) sagt, dass sich die Situation für das eigene Startup in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat, nur 5 Prozent sehen eine Verschlechterung.
  • Rund 9 von 10 Startups (88 Prozent) sind mit ihrem Standort zufrieden.
  • Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Gründer würden ihr Startup wieder in Deutschland gründen, vor einem Jahr waren es nur 44 Prozent. Gleichzeitig werden nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump die USA für deutsche Gründer weniger attraktiv: Hätten 2016 noch 32 Prozent im Fall einer erneuten Gründung ihr Startup gerne in den USA gestartet, so sind es heute nur noch 15 Prozent.

 

Alle Ergebnisse finden sich im heute veröffentlichten „Startup-Report 2017“ des Bitkom, der kostenlos zum Download bereit steht: Bitkom Startup Report 2017 – von Mitarbeiterzahl über Finanzierung bis zur Zufriedenheit mit dem Standort.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.