Warum Gründer gründen, wo sie gründen

150618_Standortwahl Die Entscheidung für den Standort des eigenen Startups ist für die allermeisten Gründer eine sehr persönliche. Für 8 von 10 von ihnen spielen persönliche Gründe – wie die Nähe zu Familie und Freunden – eine bedeutende Rolle. 6 von 10 achten darauf, wie es um die eigene Lebensqualität vor Ort bestellt ist, etwa was Freizeitmöglichkeiten oder kulturelles Angebot betrifft. Ebenfalls sehr wichtig sind Infrastruktur wie Verkehrsanbindung oder Breitbandausbau (65 Prozent) sowie die Verfügbarkeit und die Kosten von Personal (60 Prozent). Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Digitalverbands BITKOM unter bundesweit mehr als 200 Startup-Gründern.

Auffallend sind dabei große regionale Unterschiede, die durchaus ein paar Klischees bedienen. So ist für Gründer, die sich für Berlin entschieden haben, das Startup-Netzwerk (76 Prozent) neben der Lebensqualität (auch 76 Prozent) am wichtigsten, gefolgt von der Personalsituation in der Hauptstadt (73 Prozent). In Hamburg dagegen messen die meisten Gründer der Infrastruktur vor Ort eine hohe Bedeutung zu (85 Prozent), knapp dahinter rangieren persönliche Gründe (81 Prozent), gefolgt von der Lebensqualität in der Hansestadt (77 Prozent). Und in München spielen persönliche Gründe mit 92 Prozent eine dominierende Rolle – Infrastruktur (68 Prozent) und Personalsituation (60 Prozent) folgen erst mit großem Abstand.

Deutschlandweit spielt der Zugang zu Finanzierungsquellen wie Investoren oder lokalen Förderprogrammen nur eine untergeordnete Rolle (je rund ein Drittel). Wichtiger sind da schon ein funktionierendes Startup-Netzwerk (49 Prozent), die Qualität der Bildungseinrichtungen (45 Prozent) oder günstige Büroräume (44 Prozent). „Für Städte und Regionen, die sich um Startups bemühen, bedeutet das, dass Freizeit- und Kulturangebote ähnlich wichtig sind wie schnelle Internetverbindungen und gut ausgebildete Fachkräfte“, kommentierte BITKOM-Vizepräsident Ulrich Dietz die Ergebnisse.

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