Startup Wahlprüfsteine zur Wahl in Hamburg

Hamburg ist dem Smart City Index des Digitalverbands Bitkom zufolge die smarteste Stadt Deutschlands – aber liegt die Hansestadt auch bei der Startup-Politik vorne? Und wie wollen die Parteien, die am 23. Februar bei der Bürgerschaftswahl antreten, Gründerinnern und Gründer noch besser fördern? Um das herauszufinden, haben wir alle Parteien, die nach den Umfragen eine realistische Chance auf einen Einzug ins Parlament haben, nach ihren Ideen für eine innovative Startup-Politik befragt.* Die Themen reichen von Bürokratieabbau, rechtlichen Rahmenbedingungen, Vergabe von öffentlichen Aufträgen und Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte bis zur Finanzierung.

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Gruene Hamburg
Die Linke Hamburg
FDP Hamburg

Standort Hamburg

  • Welche Bedeutung hat die Startup-Szene für Hamburg und die zukünftige Entwicklung des Landes aus Ihrer Sicht?
  • Wie schätzen Sie den Startup-Standort Hamburg im nationalen und internationalen Vergleich ein (Stärken/Schwächen)?
  • Welche Maßnahmen wollen Sie umsetzen, um Hamburg als Standort attraktiver zu machen?

SPD

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Welche Bedeutung hat die Startup-Szene für Hamburg und die zukünftige Entwicklung des Landes aus Ihrer Sicht?

Für eine so vielseitige und große Wirtschaftsmetropole wie Hamburg ist eine attraktive „Startup-Szene“ ein wichtiges Differenzierungsmerkmal im Standortwettbewerb und ein unverzichtbarer Faktor für erfolgreiche Ansiedlungspolitik und effizientes Standortmarketing. Aus unserer Sicht spielt das Gründungsgeschehen eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung Hamburgs. Neugründungen bringen Innovationen hervor, schaffen Arbeitsplätze und sind eine Triebfeder der Wirtschaft und des strukturellen Wandels. Es sind hauptsächlich erfolgreiche und dynamische Gründer/-innen, die die Arbeitsplätze von morgen schaffen. Startups bzw. Startup-Ökosysteme übernehmen vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung eine zunehmend wichtige Funktion für die positive Entwicklung von Innovationssystemen und die Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaftsstandorten. Gründer/-innen verwenden oft neue Prozesse und Produkte und tragen so zur Verbreitung neuer Technologien bei. Sie können auch selbst innovativ sein und den technischen Fortschritt direkt vorantreiben oder neue Märkte erschließen. Bestehende Unternehmen werden dadurch zur Verbesserung ihrer Prozesse und Produkte angehalten. Etablierte Firmen können mit Hilfe von Startups digitale Entwicklungen und konkrete Opportunitäten in ihren Märkten frühzeitig erkennen und durch die Gründung eigener Inkubatoren, Akzeleratoren oder VC-Gesellschaften (in Hamburg z. B. e.ventures der Otto-Gruppe, next media accelerator, next commerce accelerator, next logistics accelerator, Airbus BizLab, Greenhouse Innovation Lab Gruner und Jahr, Health Innovation Port) diese schnell geschäftlich nutzbar machen.

 

Wie schätzen Sie den Startup-Standort Hamburg im nationalen und internationalen Vergleich ein (Stärken/Schwächen)?
Hamburg zählt wegen seiner hervorragenden Beratungs- und Förderangebote zu den führenden Gründungsmetropolen in Deutschland, wie es der KfW-Gründungsmonitor regelmäßig belegt. Die vielfältigen Unterstützungsangebote in den Bereichen Beratung, Finanzierung, Coaching und Vernetzung tragen den Bedürfnissen der Gründer/innen und den komplexen Anforderungen im Gründungsgeschehen Rechnung. Die Angebote stehen grundsätzlich allen Gründungsinteressierten offen. Zudem verfügt der Wirtschaftsstandort Hamburg über zahlreiche Eigenschaften, die sowohl national als auch international gefragt sind und Innovation fördern: Dazu gehören unternehmerische Tradition, eine große Breite an Innovationstreibern (Hochschulen, Gründer, Startups), hoch qualifiziertes Personal, Infrastruktur und vor allem eine diversifizierte und zukunftsfähige Wirtschaftsstruktur mit zahlreichen mittelständischen „Hidden Champions“ in den unterschiedlichsten Branchen von der Industrie über Hafenlogistik bis hin zu Dienstleistungen und Kreativunternehmen. Die Vernetzung der Hamburger Wirtschaft mit dem Umland, Europa und der Welt ist heute so eng und intensiv wie in wenigen anderen deutschen Städten.

 

Welche Maßnahmen wollen Sie umsetzen, um Hamburg als Standort attraktiver zu machen?
In Hamburg kommen schon heute viele wirtschaftspolitische Instrumente wie z. B. Stadtmarketing, Clusterpolitik, Kooperationen mit der Wirtschaft (Allianzen, PPP-Initiativen), Technologietransfer oder die klassischen Beratungs- und Förderprogramme zum Einsatz. Wir wollen daran anschließen und systematisch ein Netzwerk von Start-Ups, Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen, Risikokapitalgebern, Vertretern und Vertreterinnen der Kreativgesellschaft und der -wirtschaft, Experten und Expertinnen sowie Unternehmen 2
fördern. Wir werden Startups, Digitalunternehmen und Akteure der Kreativwirtschaft noch stärker in die Innovationsförderung einbeziehen. Ihre Stärken haben sie u. a. im Methodenwissen und in kreativen Prozessen und gerade am Anfang des Innovations-prozesses, wo Traditionsunternehmen aufgrund ihrer Struktur nicht gleichermaßen flexibel agieren können. Mit diesen neuen Strukturen ergänzen und begleiten wir die in Hamburg etablierte und gut ausgebaute Kooperation zwischen Anwendungsforschung und Unternehmen. Insbesondere innovative KMUs können über neue Infrastrukturangebote stärker in Kontakt mit Startups, Kreativen und Hochschulen gebracht werden (Experimentierräume, Labore, Maker-Spaces, Gründerzentren, Inkubatoren, Acceleratoren und Netzwerke). Hierzu muss Hamburg breit (von niedrigschwellig bis hochkomplex) angebotsfähig sein. Wir werden zudem das Standortprofil durch die Darstellung der bestehenden Stärken und der Qualitäten des Innovationsökosystems schärfen und durch die Entwicklung relevanter neuer Themenfelder („Tech-Szene Hamburg“ etc.) sowie die Hervorhebung reichweitenstarker Leuchtturmprojekte wie das neue Hammerbrooklyn systematisch erweitern. „Reale Räume“ und Events (Intelligente Labore, Smart Spaces, Inkubatoren, Kompetenzzentren oder neue Veranstaltungsformate) sind für Innovations- und Wachstumsprozesse unverzichtbar.
Für Startups kann die Mitarbeiterkapitalbeteiligung ein wichtiges Instrument zur Gewinnung von qualifizierten Fachkräften sein, um diese langfristig an das noch junge Unternehmen zu binden. Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels im IT-Bereich ist es für Startups eine große Herausforderung, das entsprechende Personal zu rekrutieren. Deshalb wollen wir prüfen, inwiefern die Rahmenbedingungen für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen verbessert werden können, damit Startups im nationalen aber auch internationalen Wettbewerb um die besten Talente eine faire Chance haben.

CDU

CDU Hamburg

Insgesamt muss sich unsere Verwaltung mehr auf die speziellen Bedürfnisse von Startups einstellen. Hamburg soll ein Magnet für Start-ups werden. Dafür wollen wir vor allem die Zuständigkeiten in der Verwaltung bündeln und transparenter machen sowie zentrale Anlaufstellen einrichten. Auch wollen wir die angebotenen Fördermög-lichkeiten erweitern und klarer strukturieren. Insbesondere für innovative Technolo-gien müssen spezielle Fördertöpfe eingerichtet werden, die kurzfristig und unbürokra-tisch zu beantragen sind und die vorrangig auf Impulssetzung, Forschung und Erpro-bung abzielen. Wir setzen uns u.a. für die Steuerfreiheit bzw. steuerliche Privilegie-rung von Investitionen in Forschung und Entwicklung auf Bundesebene ein.

Bündnis 90 / Die Grünen

Gruene Hamburg

Hamburg ist mit Berlin abwechselnd Hauptstadt der Gründer*innen – diese innovative Stärke in der Hamburger Wirtschaft soll weiter ausgebaut und national und international sichtbar gemacht werden. Hamburg ist gerade auf die Innovationskraft und das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft angewiesen, denn sowohl die Digitalisierung als auch die Klimakrise bringen erhebliche gesellschaftliche und technische Herausforderungen mit sich. Die Hamburger Szene junger Gründer*innen hat mit dem StartUpDock in Harburg, dem Digital Hub in der Speicherstadt, dem Verein NextMedia und der städtischen
StartUp-Unit für Networking und Beratung eine sehr positive Entwicklung hinter sich
und ist der Garant für innovative Ideen, neue Arbeitsplätze und Sicherung bestehender Arbeitsplätze in mittelständischen und großen Unternehmen. Das neue Gründer*innenzentrum auf dem Forschungscampus Bahrenfeld schafft attraktive Rahmenbedingungen für Existenzgründungen und ermöglicht durch die Nähe zu den Forschungseinrichtungen Wissens- und Innovationstransfer.

Die besonderen Rahmenbedingungen eines Stadtstaates bieten ein hervorragendes „Ökosystem“ für Gründer*innen. Dabei haben wir sowohl Gründungen aus den Hochschulen als auch Startups aus allen anderen Bereichen, und wir wollen noch eine Schippe drauflegen: Unser besonderes Augenmerk gilt Gründer*innen, die sich als Social Entrepreneurs explizit der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen auf dem Weg zur sozial-ökologischen Wende widmen. Denn diese Pionier*innen gehen in der klassischen Gründer*innenförderung oft unter.

Wir wollen nach dem erfolgreichen Vorbild der Metropolregion Rotterdam/Den Haag gemeinsam mit unseren Partner*innen in der Metropolregion Hamburg ein Northern Innovation Quarter gründen. Als Institution soll das NIQ gezielt zukunftsfähige – sprich ökologisch und sozial nachhaltige sowie gemeinwohlorientierte – Innovationen und Ausgründungen fördern. Dazu gehört Unterstützung bei der Beratung zu gesetzlichen Regulierungen, bei der Bildung von Netzwerken, der geeigneten Standortsuche, dem F&E-Matching, Investor Relations und der Einwerbung von Fördermitteln.

Innovativen nachhaltigen Startups fehlen oft Räume für den ersten Firmensitz. Deshalb wollen wir einen großen GreenStartupHub gründen, der echten digitalen Startups mit nachhaltigen Ideen und hohem Potential die Chance auf bezahlbare, technisch hochwertige und für Expansion skalierbare Flächen in der attraktiven Hansestadt bietet. Der Transfer aus Wissenschaft und Forschung im Hinblick auf neue Ideen, Lösungsansätze und Technologien soll bei der Gründung des Hubs als elementarer Bestandteil mitgedacht werden. Für Ausgründungen der F&E-Abteilungen bestehender Unternehmen soll dieser Hub nicht zur Verfügung stehen.

Gründen braucht Mut und Unterstützung. Wir GRÜNEN haben vier Handlungsfelder analysiert, in denen wir verstärkt Unterstützung leisten wollen: Für den Ausbau der Ausgründungen mit den Hamburger Hochschulen haben wir das Konzept ‚Be Your Pilot‘ auf den Weg gebracht. Hier muss in den nächsten Jahren verstärkt für Gründer*innentätigkeit gesorgt werden. Das Gründer*innenstipendium, welches wir extra für gründungswillige Student*innen mit der Investitions- und Förderbank eingeführt haben, soll dabei eine gute Basis bilden. Aber auch StartUp-Gründungen in der geplanten Science City Bahrenfeld sollen verstärkt in den Blick genommen werden, die ersten jungen Unternehmen sind bereits vor Ort. Das Hamburger StartUp-Ökosystem ist gut, aber es fehlen große Vernetzungsveranstaltungen, die auch national und international Aufmerksamkeit nicht zuletzt auch bei Venture Capital
Fonds wecken sollen. Hier wollen wir gemeinsam mit der Gründer*innenszene hamburgspezifische Eventkonzepte entwickeln.

Frauen sind als Gründerinnen im Schnitt erfolgreicher als Männer, ergeben Studien. Trotzdem fördert der Staat sie bei Firmengründungen im Schnitt mit deutlich weniger Geld. Damit wollen wir GRÜNEN uns nicht abfinden. Wir werden sowohl die Vernetzung von Gründerinnen und Unternehmerinnen durch neue Formate fördern, als auch die Förderkriterien und Bedingungen strukturell überprüfen, anpassen und die Zugänglichkeit für Unternehmerinnen erleichtern.

Die Linke

Die Linke Hamburg

„Die StartUp-Szene hat für Hamburg eine große Bedeutung. Für DIE LINKE. ist, neben einer gut aufgestellten Förderlandschaft vor allem die Vernetzung der StartUps mit den bestehenden Dienstleistungs-, Gewerbe- und Industriebetrieben in Hamburg der ausschlaggebende Faktor eine prosperierende StartUp-Kultur zu unterstützen. Die Metropolregion Hamburg hat mit ihrer breit aufgestellten Wirtschaft das Potential, die innovativen Produkte der Gründerinnen und Gründer eng mit der anschließenden Anwendung und Vermarktung zu vernetzen. Je enger der Schritt von der Idee und Entwicklung hin zur Vermarktung und Anwendung gestaltet wird, umso attraktiver wird Hamburg als Standort für StartUps. Mit einer engeren Vernetzung sehen wir die Möglichkeit, dass auch aus dem Dienstleistungs-, Gewerbe- und Industriebereich Ideen über Bedarfe zurückfließen und weitere Innovationen anstoßen. Eine solche bi-direktionale Befruchtung eröffnet zusätzliche Möglichkeiten zur Stärkung und Attraktivitätssteigerung für Firmengründerinnen und -gründer.“

FDP

FDP Hamburg

„Aus Sicht der Freien Demokraten gehören Gründer und Startups zu den wichtigsten Motoren für die Hamburgs Wirtschaft und für die Zukunft der Metropole Hamburg. Wir verfolgen daher das Ziel, Hamburg zur Gründerhauptstadt in Deutschland zu etablieren. Dazu müssen die richtigen Rahmenbedingungen und eine Gründerkultur in Hamburg geschaffen werden, die dazu einlädt, zu gründen. Im nationalen Vergleich z.B. zu Berlin und vor allem im internationalen Vergleich hat Hamburg, so ggü. Israel oder den USA, Nachholbedarf. Die Stärken liegen im Standort der Metropolregion als attraktiven Wirtschaftsmetropole und Industriestandort. Die unzureichende Vernetzung mit der Wissenschaft, mangelhafter Glasfaserausbau in bestimmten Regionen der Stadt oder erschwerter Zugang zu Gründerkapital sind deutliche Schwächen. Neben den richtigen Rahmenbedingungen, wollen wir das Startups einen besseren Zugang zu Kapital und Geldgebern erhalten. Wir unterstützen Unternehmen bei der Einrichtung von Coworking Spaces, Innovation Hubs und kreativen Gründerzentren. Wir unterstützen Unternehmen bei allen Formen des agilen Arbeitens und wollen dieses Prinzip auch in der Hamburger Verwaltung verankern. Dafür braucht es eine Startup freundliche Standortpolitik. Hinzu kommt die notwendige Vernetzung mit den etablierten Unternehmen der Stadt. Wir brauchen mehr wissensbasierte Gründungen aus den Universitäten heraus, um den Standort für Start ups attraktiver zu machen.“

Willkommenskultur und Migration

 

  • Welche Maßnahmen wollen Sie umsetzen, um internationale Talente in Hamburg willkommen zu heißen?

SPD

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Hamburg ist für ausländische Studierende, Berufsfachkräfte und Hochschulabsolventen hoch attraktiv. Deshalb haben wir dafür gesorgt, dass internationale Gründerinnen und Gründer auf der Seite der Start-up-Unit Informationen entlang des Gründungsprozesses auf Englisch erhalten. Auch das Starter Kit ist in englischer Sprache aufrufbar. Zudem erhalten internationale Gründerinnen und Gründer sowie Start-ups, die sich für den Standort interessieren, eine kostenlose englische Erstberatung. Die Anfang des Jahres online gestartete digitale Gründerplattform „beyourpilot – Startup Port Hamburg“, die den Prozess wissensbasierter Gründungen unterstützt, ist ebenfalls in einer englischen Version verfügbar. Internationale Gründerinnen und Gründer sind eine explizite Zielgruppe Hamburgs und können sich über die Plattform austauschen. Darüber hinaus unterstützt die IFB Innovationsstarter GmbH ausländische Startup-Gründer/-innen umfangreich bei Bewerbungsprozess, Antragsverfahren und in der Förderphase umfangreich auf Englisch. Der Bewerbungsprozess und das Antragsverfahren (Pitch Deck, Pitch Termin, Vergabeausschusssitzung, Kommunikation mit IFB Innovationsstarter GmbH) können in englischer Sprache absolviert werden. Darüber hinaus stehen sämtliche Unterlagen zum Hamburger Innovations-Wachstumsfonds (HIWF) in englischer Sprache zur Verfügung. Dazu zählt neben dem Gesellschaftsvertrag (Limited Partnership Agreement), den Zeichnungsunterlagen, dem Teaser und dem Pitch Deck auch der komplette Webauftritt des Fondsmanagers. Der Bewerbungsprozess und das Antragsverfahren werden vollständig in englischer Sprache möglich sein. Darüber hinaus sollen auch die gesamte Beteiligungs-dokumentation sowie die Betreuung des Portfoliounternehmens in englischer Sprache erfolgen. Ein weiterer Anreiz für internationale Talente ist das von uns 2018 auf den Weg gebrachte „Startup-Gründungsstipendium“: Vor dem Hintergrund der hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung von Unternehmensgründungen hat die Gewährleistung guter Rahmenbedingungen eine hohe wirtschafts- und technologiepolitische Bedeutung. Insbesondere in der digitalen Welt werden zunehmend die innovativen Startups zum Motor des Strukturwandels. Das Gründungsstipendium ermöglicht jungen Gründerteams, sich vollzeitig um die Entwicklung ihrer Geschäftsidee oder eines Prototyps zu kümmern, weil sie nicht zusätzlich für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen.
Auch birgt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz des Bundes eine große Chance – wir werden deshalb eine gemeinsame Servicestelle von Innenbehörde, Sozialbehörde und Arbeitsagentur schaffen, die zugewanderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterstützt und berät. Hier werden Visaangelegenheiten ebenso geklärt wie Fragen zur beruflichen Anerkennung von ausländischen Abschlüssen oder Fragen zur Sozialversicherung in Deutschland und den organisatorischen Rahmenbedingungen für einen Neustart ins Berufsleben in Hamburg.

CDU

CDU Hamburg

Langwierige Anerkennungsverfahren sind abschreckend. Hier müssen die zuständi-gen behördlichen Stellen dringend ihr Personal aufstocken, um innerhalb von zwei Monaten ein Verfahren abschließen zu können. Auch müssen ausreichend notwen-dige Sprachkurse angeboten werden und die Zuständigkeiten für das regelmäßige Angebot notwendiger Anpassungsqualifizierungen eindeutiger geklärt sein. Hamburg ist ansonsten als „Tor zur Welt“ grundsätzlich eine weltoffene Stadt. Allerdings ist es Aufgabe eines Senats, diese Toleranz zu fördern und Maßnahmen gegen mögliche Spaltungstendenzen zeitnah zu ergreifen.

Bündnis 90 / Die Grünen

Gruene Hamburg

Mit dem Hamburg Welcome Center verfügt Hamburg bereits über zentrale Anlaufstelle, bei der niedrigschwellig wichtige Informationen und Dienstleistungen für Menschen bereit gestellt werden, die insb. aus beruflichen Gründen nach Hamburg kommen. Wir wollen außerdem die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen weiter beschleunigen und dafür sorgen, dass ggf. notwendige Weiterbildungen unkompliziert und schnell zur Verfügung stehen.

Die Linke

Die Linke Hamburg

„Für Migration insgesamt gilt, dass bürokratische Hürden abgebaut werden müssen. Dies gilt insbesondere für die Erleichterung der Anerkennung von im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen. Außerdem ist der Spracherwerb elementare Voraussetzung für den Berufseinstieg. Hier ist es wichtig, dass es ein kostenloses Angebot an qualitativ hochwertigen Sprachkursen für alle Migrant*innen gibt. Ein solches Angebot muss es auch berufsbegleitend geben. Durch regionale Beratungs- und Begleitstrukturen soll das Ankommen hier erleichtert werden. Außerdem muss die interkulturelle Öffnung und Kompetenz der hiesigen Arbeitsmarktakteure ausgebaut werden.“

FDP

FDP Hamburg

„Wir wollen Fachkräfte gezielt anwerben. Sowohl aus dem deutschsprachigen Raum, als auch aus dem Arbeitsmarkt der Europäischen Union. Hier bedarf es unbürokratischer Anerkennung von Qualifikationen und einer echten Willkommenskultur. Darüber hinaus wollen wir verbleibende Engpässe durch gezielte Fachkräfteanwerbung von außerhalb der EU schließen. Es reicht nicht, abzuwarten, bis sich zufällig Fachkräfte auf den Weg nach Hamburg machen. Hamburg muss diese in ihren Heimatländern gezielt informieren und anwerben.“

Verwaltung

 

  • Mit welchen digitalen Services wollen Sie die Verwaltung ins 21. Jahrhundert bringen und Startups Behördengänge ersparen?

SPD

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„Unternehmen werden künftig noch mehr von den digitalen Services der Verwaltung profitieren. Schon jetzt stehen zahlreiche Verwaltungsleistungen, zum Beispiel der Online-Dienst „Gewerbeanzeige“, im Hamburger Service-Portal zur Verfügung. Dieses Angebot werden wir konsequent ausbauen. Hamburg hat im Zuge der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Federführung für die Entwicklung spezieller Online-Services für Unternehmen übernommen. Dabei werden alle relevanten Geschäftslagen, etwa Unternehmensstart, Arbeitssicherheit oder Ausschreibungen, Berücksichtigung finden. Für alle Unternehmen – auch für junge Firmen und Startups – ist damit ein großer Mehrwert verbunden. Sowohl einmalige als auch regelmäßige Geschäftsprozesse, die im Kontakt mit der Verwaltung entstehen (zum Beispiel Genehmigungen), können so zeit- und kostensparend organisiert werden. In Hamburg werden Unternehmen künftig ausschließlich digital mit der Verwaltung kommunizieren.
Bei der Digitalisierung geht es jedoch um mehr als um die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben. Hamburg als Stadt mit einer dynamischen Gründerszene fördert und berät Existenzgründerinnen und -gründer im Rahmen eines breiten Angebots. Insbesondere Unternehmensgründungen im Technologie- bzw. innovativen Dienstleistungsbereich haben spezielle Bedarfe, die für den Weg von der ersten Idee bis hin zu einem erfolgreichen Unternehmen entscheidend sind. An dieser Stelle setzt die digitale Plattform „beyourpilot – Startup Port Hamburg“ an, die eine umfangreiche Community aus Wissensorganisationen, Startups sowie Partnerinnen und Partnern bildet. Sie bietet eine interaktive Arbeitsumgebung für wissensintensive Gründungen und eröffnet die Möglichkeit, im virtuellen Angebot nach Partnern zur Beantwortung von Fragen und zur Lösung konkreter Probleme zu suchen.“

CDU

CDU Hamburg

Grundsätzlich müssen alle Dienstleistungen des Senats in ein digitales Angebot überführt werden. Auch müssen diese anwenderfreundlich konzipiert sein. Alle Bür-ger und Unternehmen und somit auch Start-ups sollen auf diese Weise zeitraubende Behördengänge erspart bleiben.

Bündnis 90 / Die Grünen

Gruene Hamburg

Bei der Frage der digitalen Services in der Verwaltung ist das wichtigste, dass mit „Digital First“ und „Digitale Stadt“ endlich umfassende Strategien für den digitalen Wandel in Hamburg vorliegen und diese auch konsequent verfolgt werden sollen. Das gibt einen inhaltlichen Rahmen für den digitalen Wandel.

In den Bereichen digitale Infrastruktur, digitale Daseinsvorsorge wie bspw. die Bereitstellung offen zugänglicher digitaler Bildungsangebote sowie digitaler Kommunikation wie bei dem Hamburger Transparenzportal oder dem Hamburg Service-Portal laufen bereits viele Projekte. Uns ist es dabei besonders wichtig, auch im weiteren Verlauf die Verwaltungsdienstleistungen niedrigschwellig und nutzerfreundlich zu gestalten und aus Gründen der Transparenz und der Unabhängigkeit auf Open Source Lösungen zu setzen. Es ist uns inzwischen gelungen mehr 40% aller IT-Anwendungen auf Open Source umzustellen. Auch streben wir Plattformneutralität und Zugangsgerechtigkeit an, damit digitales Wissen für viele zugänglich ist. Wichtig für die Akzeptanz der digitalen Serviceleistungen ist für die Hamburgerinnen und Hamburger, dass wir einen großen Wert auf IT-Sicherheit und Datenschutz legen.

Diese Schwerpunkte des niedrigschwelligen Zugangs, Open Source sowie IT-Sicherheit und Datenschutz bieten auch für die Startups in unserer Stadt große Chancen.

Die Linke

Die Linke Hamburg

„Die Digitalisierung der städtischen Services ist bisher noch keine Erfolgsgeschichte. Im Rahmen der IT-Gesamtstrategie der Stadt muss in der nächsten Legislaturperiode eine neue Roadmap erstellt werden und hier eine Abstimmung mit Handels- und Handwerkskammer über Prioritäten herbeigeführt werden, ohne dass laufende Digitalisierungsprojekte weiter verzögert werden. Darüber hinaus haben wir aber auch den Ausbau der Infrastruktur im Auge. Noch immer gibt es in Hamburg Gebiete mit mangelhafter Bandbreite. Digitalisierung ohne ein flächendeckendes und  schnelles Internet wäre hier auch nur eine Luftnummer und sogar schädlich, wenn gleichzeitig der papiergebundene Servicekanal stillgelegt würde.“

FDP

FDP Hamburg

„Startups sind sehr darauf angewiesen, dass ihnen Behördengänge erspart bleiben. Deshalb wollen wir für die Verwaltung verbindliche Rückmeldefristen einführen. Zudem setzen wir uns für den Einsatz von Blockchain-Technologien in der digitalen Verwaltung der Stadt ein. Notwendig und sinnvoll für Hamburg sind eine gemeinsame Definition und Entwicklung einheitlicher Standards zwischen den Unternehmen am Standort und der Hamburger Finanzverwaltung, allgemeingültige technologische Frameworks für alle nutzbaren digitalen Instrumente und für den Austausch von Daten und Informationen und die Kommunikation miteinander. Dadurch werden die Abläufe und die Datenverarbeitung einfacher, effizienter und kostengünstiger.“

Rechtliche Rahmen-bedingungen

 

  • Wie wollen Sie Startups durch den Abbau von Regulierung und bürokratischen Hürden entlasten?
  • Welche innovationshemmenden Gesetze wollen Sie abschaffen?
  • Wie wollen Sie sicherstellen, dass bei neuen Rechtsverordnungen und Gesetzen immer auch die Auswirkungen auf junge innovative Unternehmen betrachtet werden?

SPD

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Wie wollen Sie Startups durch den Abbau von Regulierung und bürokratischen Hürden entlasten?
Die Bundesregierung wird im Rahmen des Bürokratieentlastungsgesetzes III Entlastungen einführen. Der Bundesrat hat am 08.11.2019 dem Bürokratieentlastungsgesetz III zugestimmt. Es enthält u.a. eine Anhebung der umsatzsteuerlichen Kleinunternehmergrenze und den Abbau von Statistik-Pflichten.

 

Welche innovationshemmenden Gesetze wollen Sie abschaffen?
Die Gestaltung von innovationsfördernden Gesetzen hat hohe Bedeutung für den erfolgreichen Wirtschaftsstandort Hamburg. Zukünftig soll durch das Wirken des Industriekoordinators eine noch engere Abstimmung mit Wirtschaftsvertretern und Verbänden zur stetigen Verbesserung der Gesetzeslage und zum Abbau von Investitionshemmnissen erfolgen. Wichtig ist aus unserer Sicht auch eine innovations-freundliche Gestaltung der Steuergesetzgebung für Unternehmen. Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) wird inzwischen in den meisten OECD-Staaten genutzt, um private FuE anzuregen. Deutschland hinkt hier bisher hinterher. Deswegen sehen wir das am 1. Januar 2020 in Kraft getretene Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung als Chance für eine beschleunigte Entwicklung neuartiger Innovationen.

 

Wie wollen Sie sicherstellen, dass bei neuen Rechtsverordnungen und Gesetzen immer auch die Auswirkungen auf junge innovative Unternehmen geprüft werden?
Wir nehmen uns des Themas an und werden prüfen, welche Möglichkeiten in diesem Kontext bestehen.

CDU

CDU Hamburg

(Hier liegt die Zuständigkeit nach unserer Einschätzung weniger auf der Ebene der Bundesländer, sondern eher auf der Bundesebene.)

Bündnis 90 / Die Grünen

Gruene Hamburg

Zu dieser Frage sind wir Grüne gerne bereit mit Bitkom sowie generell mit Gründer*innen in einen kreativen Austausch zu kommen.

Die Linke

Die Linke Hamburg

„Wir sehen hier vor allem Möglichkeiten der Differenzierung zwischen kleinen und größeren Unternehmen bei Regulierungsmaßnahmen. Eine solche Differenzierung würde für StartUps in der Regel Potential für eine erleichterte Gründungskultur bedeuten. Fast alle Vorschriften zur Regulierung liegen nicht in der Hand Hamburgs, bilden aber durch ihre Komplexität zwischen europäischer und nationaler Ebene eine hohe Hürde bei der Rechtssicherheit. Wir setzen uns für eine praktikable und überschaubare Regelung der Gestaltung des Urheberrechts ein, bei dem eine stärkere Betonung auf die freie Verwendbarkeit der Inhalte gelegt wird, abhängig vom Grad der kommerziellen Verwendung der Inhalte.“

FDP

FDP Hamburg

„Wir werden ein bürokratiefreies erstes Gründerjahr einführen. In dieser Zeit soll nur die – zukünftig digitale – Anmeldung des Unternehmens und die Umsatzsteueranmeldung erfolgen müssen. Wir wollen durch eine Bündelung aller notwendigen Zuständigkeiten mit einem One-Stop-Shop Unternehmensgründungen insbesondere im Startup-Bereich erleichtern. Wir werden uns für eine umfassende Bestandsaufnahme unnötiger bürokratischer Auflagen einsetzen, um diese dann Schritt für Schritt abzuschaffen. Dazu zählen vor allem die umfangreichen Statistikpflichten. Außerdem wollen wir für Gründer ein Wahlrecht zwischen Ist- und Soll-Besteuerung im ersten Jahr schaffen. Neu gegründete Unternehmen sollen unabhängig vom Umsatz im ersten Jahr die Ist-Besteuerung wählen können. Startups sind gleichermaßen darauf angewiesen, den Aufwand für Bürokratie und Kommunikation mit der öffentlichen Verwaltung in vertretbaren Grenzen zu halten. Deshalb wollen wir für die Verwaltung verbindliche Rückmeldefristen einführen, auf die sich Gründer und Startups verlassen können. Gesetzesfolgenabschätzungen mit regelhaften Prüfungen sollen dazu beitragen, dass auch Auswirkungen auf junge innovative Unternehmen geprüft werden.“

Öffentliche Vergabe

 

  • Wie kann der Staat zum Startup-Kunden werden und innovative, junge Unternehmen besser im öffentlichen Vergabeprozess berücksichtigen?

SPD

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Einen Ansatz in Richtung „Start-ups First“ ist schwierig, da es im Rahmen des Vergaberechts gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen würde.
Um eine ähnliche Ausnahmeregelung wie bei der Sozialförderung zu erzielen, müssten die EU-Richtlinien in puncto Vergabeförderung geändert werden. Das ist außerhalb der Länderkompetenz.
Das Problem der öffentlichen Vergabe sind die recht bürokratischen Ausschreibungen, die kleine Unternehmen und Start-Ups abschrecken. Des Weiteren scheitern Start-Ups häufig an Bonitäts- und Absicherungsfragen. Insgesamt ist das Vergaberecht stark verrechtlicht, so dass die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt sind. Dennoch werden wir uns bei der angestrebten Reform des Vergaberechts auch mit diesen Fragestellungen auseinander-setzen und prüfen, welche Verbesserungen für kleine Unternehmen und Start-Ups umgesetzt werden können.

CDU

CDU Hamburg

Startups können sich, wie alle Unternehmen, an Ausschreibungen beteiligen. Schon seit Längerem ist es so, dass nicht das günstigste, sondern das beste Angebot den Zuschlag erhält.

Bündnis 90 / Die Grünen

Gruene Hamburg

Wir Grünen haben den Laborcharakter der Stadt und den ungeheuren Innovationsbedarf in den Vordergrund unserer Kampagne gestellt. Dazu gehört auch, starre Vergaberegeln und Regulierungen zu hinterfragen, um Lösungsansätze innovativer Unternehmen ausprobieren zu können, auch im Rahmen von Pilotprojekten oder Ausnahmeregelungen.

Die Linke

Die Linke Hamburg

„Vor allem muss das Wissen um StartUps und ihre Angebotspalette bei den Entscheiderinnen und Entscheidern bekannt gemacht werden. Gerade bei den Vergaben die ohne Ausschreibung als Direktvergabe stattfinden, soll das Land stärker auf das Potential von StartUps zurückgreifen.

Bei den Vergaben im Rahmen eines Ausschreibungsprozesses kommt es darauf an die StartUps zu einer Angebotsabgabe zu motivieren. Hier gibt es nach unseren Erkenntnissen noch einen Nachholbedarf, der durch eine entsprechende Informationspolitik und begleitende Beratung durch die Wirtschaftsorganisationen unterstützt werden muss.“

FDP

FDP Hamburg

„Startups und junge Unternehmen sollen einfach und ohne administrative Hürden in öffentlichen Vergabeprozessen berücksichtigt werden können. Wir brauchen dazu ein schlankes und verständliches Vergaberecht, welches junge Unternehmen ermutigt und nicht behindert.“

Gründerkultur

 

  • Welche Rolle sollten unternehmerisches Lernen und Unternehmergeist in den Schulen und Hochschulen Hamburgs spielen?
  • Welche Maßnahmen wollen Sie an Schulen und Hochschulen umsetzen, um junge Menschen zu Unternehmensgründungen zu motivieren und für IT-Berufe zu begeistern?
  • Sind Sie für die Einführung eines Pflichtfaches Informatik in allen Schulformen ab der fünften Klasse sowie verpflichtendem Englisch-Unterricht als lingua franca der digitalen Welt ab der 1. Klasse?

SPD

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Welche Rolle sollten unternehmerisches Lernen und Unternehmergeist in den Schulen und Hochschulen Hamburgs spielen?
Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler an das Thema Unternehmertum herangeführt werden. Deshalb haben wir eine Vielzahl von Kooperationen zwischen Schule, Unternehmen und Wirtschaftsverbänden ins Leben gerufen: Beispiele hierfür sind das Pilotprojekt zur Entrepreneurship Education, das Junior Programme des Instituts der deutschen Wirtschaft oder die regelhafte Kooperation mit der Handwerkskammer und der Handelskammer. Inhaltliche Bezugspunkte für die Ausgestaltung solcher Kooperationen sind der Lernbereich Arbeit und Beruf an den Stadtteilschulen, das Aufgabengebiet Berufs- und Studienorientierung, das Rahmenkonzept „Berufsorientierung an der gymnasialen Oberstufe“, sowie die Fächer Politik/Geschichte/Wirtschaft (PGW) an Gymnasien, der Lernbereich Gesellschaftswissenschaften an Stadtteilschulen und das Fach Wirtschaft. Das Zentrum Schule und Wirtschaft (ZSW) am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung unterstützt und berät die Schulen bei der Ausgestaltung des Berufs und Studienorientierung sowie möglicher Kooperationen mit wirtschaftlichen Akteuren.
Uns ist es wichtig, dass unsere Studierenden in einem Umfeld lernen, das früh Anreize schafft, eigene Ideen in unternehmerische Ideen umzuwandeln. Im Rahmen des I3-Programms der TU Hamburg haben Studierende beispielsweise schon früh die Möglichkeit, gezielt an eigenen Ideen zu arbeiten. Als Standort für anwendungsorientierte Forschung unterstützen wir alle Hochschulen dabei, die notwendigen Kooperationen aufzubauen, die Technologietransfer in Richtung marktreifer Produkte ermöglicht und fördern beispielsweise mit dem Startup Dock gezielt die Gründung von Startups aus Hochschulen heraus. Über das Startup Dock stehen Bildungs-, Beratungs- und Coachingangebote für alle Hochschulen zur Verfügung.

Darüber hinaus haben wir 2018 für die Einführung eines „Startup-Gründungsstipendium“ gesorgt: Gefördert werden insbesondere innovative und neuartige digitale Gründungsvorhaben, die sich dadurch auszeichnen, dass deren innovative Produkte oder Dienstleistungen sich signifikant vom Wettbewerb abheben und besondere Risiken bei der weiteren Konzeption und Markteinführung auf Grund der Neuartigkeit bestehen. Derartige Innovationen entstehen häufig auch im Umfeld von Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

 

Welche Maßnahmen wollen Sie an Schulen und Hochschulen umsetzen, um junge Menschen zu Unternehmensgründungen zu motivieren und für IT-Berufe zu begeistern?
Die oben aufgeführten Projekte wollen wir fortsetzen. Zudem werden wir prüfen, ob noch weitere Kooperationen möglich sind.
Ein Schlüssel, Studierende für Berufsfelder zu begeistern oder ihnen unternehmerische Haltung näherzubringen, ist gute Lehre. Gute Lehre gibt Studierende eine aktive Rolle beispielsweise in Form von projekt- oder forschungsorientierter Lehre. In den vergangenen Jahren hat die TU Hamburg mit dem Zentrum für Lehre und Lernen auf diesem Gebiet beachtliches geleistet. Für die nächsten Jahre stehen allen Hochschulen zusätzliche finanzielle Mittel aus dem Pakt für Innovation in der Hochschullehre zur Verfügung. Unter Achtung der Autonomie der Hochschulen können wir uns gut vorstellen, die Hochschulen dabei zu unterstützen innovative Lehransätze weiterzuentwickeln. Auch ein Projekt wie die Hamburg Open Online University biete Studierenden schon früh Möglichkeiten, ihr erworbenes Wissen mit eigenen Ideen zu verknüpfen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit dem Ausbau von Studienplätzen in der Informatik und mehr Professuren steigern wir zudem die Attraktivität dieses Studienfaches in Hamburg.

 

Sind Sie für die Einführung eines Pflichtfaches Informatik in allen Schulformen ab der fünften Klasse sowie verpflichtendem Englisch-Unterricht als lingua franca der digitalen Welt ab der 1. Klasse?

Unser Ziel ist es, alle Schülerinnen und Schüler in unseren Schulen sehr gut auf das Leben und Lernen in der digitalen Welt vorzubereitet. Deshalb werden wir – aufbauend auf die bereits flächendeckend vorhandene Glasfaserversorgung – unsere Schulen so ausstatten, dass in allen Schulfächern und Klassenstufen Laptops, Smartphones und digitale Technik genauso selbstverständlich eingesetzt werden können wie Buch, Arbeitsheft und Füllfederhalter. Dazu werden wir in den nächsten fünf Jahren in allen 13.000 Unterrichts-räumen der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen ein geschütztes WLAN und digitale Tafeln installieren. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte werden wir darüber hinaus rund 50.000 Laptops, Tablets und Mikrocomputer beschaffen, damit sie im Unterricht gut lehren und lernen können. IT-Grundlagen und Programmieren wird im Unterrichtsfach Informatik erlernt. Informatik wird entsprechend der Ausbildungs- und Prüfungsordnung als Wahlpflichtfach angeboten. Englisch in der Grundschule wird in kaum einem anderen Bundesland so gut gelernt, wie in Hamburg. Deshalb haben Hamburgs Schülerinnen und Schüler im letzten Jahr im Bundesvergleich sehr gute Englischwertungen erhalten. Einen Bedarf nach einem verpflichtenden Englisch-Unterricht als lingua franca der digitalen Welt ab Klasse1 sehen wir nicht.

CDU

CDU Hamburg

Entrepreneurship ist ein Zukunftsthema und betrifft die Wettbewerbsfähigkeit der Hamburger Wirtschaft. Das Thema Ausgründungen muss als Querschnittsthema in mehr Fächern als bisher unterrichtet werden. Wir wollen in den kommenden Jahren mindestens zehn neue Professuren für Entrepreneurship an den Hamburger Hoch-schulen einrichten. Zudem sollen Erfahrungen von europäischen Partnerhochschulen und -universitäten genutzt werden, um die Gründungskultur an den Hamburger Hochschulen zu stärken. Bestehende Einrichtungen wie das Startup Dock sind ent-sprechend ihrer Bedürfnisse zu stärken und auszubauen.

Bündnis 90 / Die Grünen

Gruene Hamburg

Im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung kann auch Unternehmertum eine Rolle spielen. Wir finden es wichtig, dass auch Schüler*innen von der Möglichkeit, sich selbstständig zu machen, erfahren. Sie müssen auch Chancen und Risiken einer beruflichen Selbstständigkeit abschätzen können um sich fundiert überlegen können, was für sie persönlich der passende Weg ist. Dazu bedarf es insbesondere fachlicher Kenntnisse, die i.d. R. über schulische, hochschulische oder praktische Ausbildung sowie Berufserfahrung erworben werden. Vor allem braucht es aber auch starke Persönlichkeiten, die in der Lage sind Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Ziel der gesamten schulischen Ausbildung ist es diese Persönlichkeitsbildung zu fördern. Die Einführung eines Pflichtfachs halten wir im Moment noch für nicht umsetzbar, werden aber die Schulen darin unterstützen, ihren Wahlpflichtbereich Informatik auszubauen. Grundlagen des Programmierens werden bis dahin auch über andere Fächer vermittelt. Die Umsetzung des Digitalpakts in Hamburg hat gerade begonnen. Dazu gehört die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Darauf aufbauend möchten wir eine umfangeiche Bildung bezüglich Programmierung und Medienkompetenz anbieten können. Englischunterricht ab Klasse 1 existiert bereits an allen Hamburger Grundschulen.

Gründer*innen an den Hochschulen werden bereits von der TuTech GmbH und Hamburg Innovation GmbH beraten und unterstützt. Mit einem neuen Gründer*innenzentrum auf dem Forschungscampus Bahrenfeld schaffen wir attraktive Rahmenbedingungen für Existenzgründungen. Durch die enge Verzahnung von Forschung und Wirtschaft werden wissensbasierte Ausgründungen (Startups und Firmen) erleichtert. Innovativen, nachhaltigen Startups fehlen oft Räume für den ersten Firmensitz. Deshalb wollen wir einen großen GreenStartupHub gründen, der digitalen Startups mit nachhaltigen Ideen und hohem Potential die Chance auf bezahlbare, technisch hochwertige, attraktive und für Expansion skalierbare Flächen
in der Freien und Hansestadt bietet.

Im Hochschulbereich gibt es das in der deutschen Forschungslandschaft einmalige Konzept „ahoi.digital, das mit 33 Mio. € gefördert wird und zum Ziel hat, 35 neue Professuren und bis zu 1.500 weitere IT-Studienplätze zu schaffen. Das Gemeinschaftsprojekt der Universität Hamburg, TU Hamburg, HAW Hamburg, HafenCity Universität und Wissenschaftsbehörde hat sich zum Ziel gesetzt, aus Hamburg einen Top-Informatikstandort zu machen. Die drei Säulen „Bildung“, „Forschung“ und „Transfer“ bilden die Basis der Plattform. „ahoi.digital“ wird auch
als Kompetenzzentrum und Netzwerk fungieren und Anreize zu Gründungen und Neuentwicklungen geben. Gestärkt werden auch Kooperationen mit städtischen Clustern und Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ausgebaut.

Die Linke

Die Linke Hamburg

„Unternehmerisches Lernen und Unternehmergeist sollten als Teil des Politik-Gesellschaft-Wirtschaft-Unterrichts an Hamburger Schulen im Rahmen der Diskussion um politische Ökonomie thematisiert werden. Beide Begriffe repräsentieren ein bestimmtes Bild der Ökonomie aus dem 19. Jahrhundert. Die Terminologie korrekt einzuordnen gehört zur Bestärkung gesellschaftspolitischer Kompetenz von Kindern und Jugendlichen. Bildung soll sich an den lebensweltlichen Interessen der Kinder und Jugendlichen orientieren und in ihrem Ergebnis offen und frei sein.

Der Zugang zu MINT-Fächern ist immer noch abhängig von Geschlecht und sozialer Herkunft. Hier muss Schulpolitik einsetzen und diese Hürden, durch gezielte Unterstützung und gleichwertige Ausstattung der Schulen, einreißen. Damit könnte zusätzliche Potentiale gehoben werden um MINT-Fächer breiter in den Schulen und bei den Schülerinnen und Schülern zu verankern.“

FDP

FDP Hamburg

„Wir Freien Demokraten wollen, dass die Themen Unternehmertum und Gründergeist viel stärker als bisher in der Ausbildung junger Menschen berücksichtigt wird. Deshalb sollen die Themenbereiche Unternehmensgründung und Selbstständigkeit schulformübergreifend und als regelhafter Unterrichtsinhalt in der schulischen Berufsvorbereitung verankert werden. Damit dies gelingt, müssen diese Themenbereiche auch dauerhaft und verpflichtend in die Lehrerausbildung von Fächern mit Wirtschaftsbezug integriert werden. Mit einem regelmäßigen „Unternehmertag“ in Hamburgs Schulen, sollen sich die Schüler mit Unternehmern über die Themen Unternehmensgründung und Selbstständigkeit austauschen können. So schaffen wir schon früh Gründergeist und wecken die Innovationskraft für die Unternehmer von morgen.

Um heute ihre Potentiale optimal entfalten zu können, müssen sich junge Menschen auf der ganzen Welt verständigen können. Englisch ist und bleibt eine zentrale Fremdsprache, die weltweite Kommunikation ermöglicht. Deswegen muss sichergestellt werden, dass jeder Schüler über sichere Sprachkenntnisse der englischen Sprache verfügt. Wir unterstützen es daher ausdrücklich, dass Englisch bereits ab der 1. Klasse unterrichtet wird.

Auch die Vermittlung digitaler Kompetenzen ist entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Schüler zu sichern und sie auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft vorzubereiten. Dazu gehört z.B. der Umgang mit Programmiersprachen, Themen wie Fake News, Datenschutz oder Cyber-Sicherheit, die Nutzung von Text, Datenbearbeitungs- und Präsentationsprogrammen. Aus unserer Sicht geschieht dies am effizientesten im Informatikunterricht. Deshalb ist es unser Ziel, Informatik als Pflichtfach möglichst früh in den Stundenplan der Sekundarstufe I einzuführen.“

Finanzierung

 

  • Wie wollen Sie einen besseren Zugang für Startups zu Finanzierungsmöglichkeiten und privatem Wagniskapital schaffen?
  • Gibt es Förderprogramme des Landes Hamburg für Startups, die Sie verändern, abschaffen oder neu ins Leben rufen möchten?

SPD

SPD Hamburg Logo

Wie wollen Sie einen besseren Zugang für Startups zu Finanzierungsmöglichkeiten und privatem Wagniskapital schaffen?
Wir haben bereits für einen guten Zugang von Startups zu verschiedenen Finanzierungs-möglichkeiten geschaffen und werden das auch fortsetzen: Wir haben dafür den Innovations- und Wachstumsfonds gegründet, der mit 10 Millionen Euro städtischen und 90 Millionen Euro privaten Geldern erhebliches Potenzial hat, den Hamburger Gründermarkt weiter zu beflügeln. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen weiterhin zu diesem Ansatz und werden zur Hälfte der nächsten Wahlperiode eine erste Bilanz ziehen, um den Fonds und seine Ausrichtung entsprechend der dann vorhandenen Erkenntnisse weiterzuentwickeln. Darüber hinaus wollen wir Start-Ups auf der Suche nach Investoren stärker unterstützen. Wir werden dafür neue Veranstaltungsformate und Plattformen entwickeln, die Start-Ups mit Investoren zusammenbringen. Darüber hinaus hat sich die IFB als Investitionsbank für Gründungen und Startups bewährt. Wir wollen analog zu großen privaten Investoren die Nachhaltigkeitsziele der UN in die Förderrichtlinien aufnehmen und mehr Gründungen im Nachhaltigkeitsbereich fördern. Die IFB hat dazu beigetragen, dass Hamburg auf dem Weg zu einer „Innovationshauptstadt in Europa“ sichtbar vorangekommen ist. Die Innovationsförderung findet in allen Hamburger Clustern statt und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Hamburger Unternehmen. Im Betrachtungszeitraum von 2013 bis 2017 konnten das Programmangebot und die Fallzahlen der Innovationsförderung deutlich erhöht und um weitere Zielgruppen, wie innovative Start-ups und Verbundvorhaben von KMU und Wissenschaft, erweitert werden. Das kumulierte Bewilligungsvolumen stieg von 4,7 Mio. (2013) auf 11,8 Mio. Euro (2017). Rund 80 Prozent der Fördermittel im Innovationsbereich kommen KMU und Start-ups zugute.

 

Gibt es Förderprogramme des Landes Hamburg für Startups, die Sie verändern, abschaffen oder neu ins Leben rufen möchten?
Wichtig ist uns im Rahmen der Startup-Förderung Kooperationen innerhalb der Hamburger Hochschulen, zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitutionen weiterzuentwickeln. Hierfür wollen wir staatliche Mittel wie die Landesforschungsförderung mit Zuwendungen aus Stiftungen und Wirtschaft bündeln, um u. a. Forschungsprojekte, Start-Ups und KMU in enger Abstimmung mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu fördern. Entsprechende Kooperationen verschiedener Akteure wurden bereits erfolgreich angeschoben: Erst im Dezember 2019 hat die Hamburger Existenzgründungsinitiative „Startup Port – Wissensbasiertes Unternehmertum in der Metropolregion Hamburg“ einen Zuschlag vom Bund 3,5 Mio. Euro zur Stärkung regionaler Startup-Förderung im Wettbewerb “EXIST-Potentiale – Gründungskultur mit dem Schwerpunkt ‘Regional vernetzen’ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Berlin erhalten. Ziel des Projektes ist es, die Gründung von Startups aus der Wissenschaft zu fördern und den Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken. Initiiert wurde der Startup Port von sieben Bildungs- und Forschungsstätten. Weitere assoziierte wissenschaftliche Einrichtungen, Wissens- und Transfergesellschaften sowie strategische Kooperationen aus Wirtschaft und Politik komplettieren den Verbund.
Innovative Gründungsvorhaben werden in Hamburg durch die Programme der IFB Hamburg und ihrer Tochtergesellschaft IFB Innovationsstarter GmbH unterstützt, auch diese werden fortgesetzt: Hierbei handelt es sich um Zuschüsse in den Programmen „InnoFounder“ und „Inno- RampUp“ sowie Beteiligungskapital aus dem „Innovationsstarter Fonds“. Bestehende Programme, die Startups in der Gründungsphase unterstützend beraten, sollen beibehalten werden, wie z.B. die digitale Plattform „beyourpilot – Startup Port Hamburg“.

CDU

CDU Hamburg

Wir wollen Hamburg zu einem Ort machen, an dem Gründer mit guten Ideen auf Wagniskapitalgeber stoßen. Um hier eine positive Entwicklung zu starten, wollen wir den bereits im Januar 2016 von der Bürgerschaft beschlossenen, aber weiterhin feh-lenden Innovationsfonds für junge Gründer zügig umsetzen. Dieser sieht ein Förder-volumen von bis zu 100 Millionen Euro vor. Zudem sollen zukünftig behördenüber-greifend die Kapazitäten gebündelt werden, um bei deutschen und internationalen Konzernen, Banken und Investmentgesellschaften für Hamburg als Venture-Capital-Fonds-Standort zu werben. Dies soll sowohl die Ansiedlung bestehender Fonds wie auch den Aufbau neuer Fonds umfassen.

Bündnis 90 / Die Grünen

Gruene Hamburg

Gründen braucht Mut und grüne Unterstützung: Mit dem grünen Gründungskapital in Höhe von bis zu 25.000 Euro und Co-Investitionen in Form von stillen Beteiligungen bekommen Gründer*innen unbürokratisch den nötigen Anschub. Außerdem werden wir große Vernetzungsevents in Leben rufen, die national und international die nötige Aufmerksamkeit mit sich bringen. Frauen wollen wir bei Gründungen künftig deutlich besser unterstützen.

Für die Finanzierung von StartUps gibt es inzwischen viele gute und weniger passende Fördermittel. Besonders in der frühen Startphase gibt es noch Handlungsbedarf. Darum machen wir uns für ein grünes Gründungskapital in Höhe von bis zu 25.000 Euro stark. Wir wollen nachhaltige und verantwortungsvolle Gründer*innen unterstützen und finanzielle Mittel leichter zugänglich machen. Das flexible, steuerfreie und zinslose Darlehen soll zu Beginn der Gründung ausbezahlt werden. Erst wenn das Unternehmen Fuß gefasst hat, beginnt die Rückzahlung – mit frei festzulegenden monatlichen Raten. Dabei sorgen wir dafür, dass die verschiedenen Förderangebote optimal ineinandergreifen. In der 2. und 3. Gründungsphase brauchen die jungen Unternehmen oft wesentlich mehr Kapital, das in der Regel von traditionellen Hausbanken ohne Sicherheiten nicht gestellt wird. Deswegen hat Hamburg in den letzten Jahren einen städtischen Venture Capital Fonds mit einer Anschubfinanzierung von bis zu10 Mio. Euro und dem Ziel von weiteren 90 Mio. EuroPrivatkapital aufgelegt. Noch ist dieser nicht am Start. Sollten sich die Hoffnungen hier nicht erfüllen, braucht es neue Ideen zur Förderung, um Hamburgs Gründer*innenszene voranzubringen. Ein Beispiel kann sein, tragfähige Startups in Finanzierungsrunden durch Geldgeber*innen mit einem städtischen
Anteil von 33 Prozent als stille Beteiligung zu unterstützen. Gründer*innen erhalten sich dadurch ihre unternehmerische Entscheidungsfreiheit und die Stadt profitiert dabei als Anteilseigner eines innovativen und wachsenden Startups gleich doppelt.

Die Linke

Die Linke Hamburg

„Wir wollen auch in der Wirtschaftsförderung neue Wege anbieten und werden uns dafür einsetzen, dass in die Wirtschafsförderungspolitik auch die Gründung von Genossenschaften und alternativer Unternehmensformen des solidarischen Wirtschaftens mitberücksichtigt werden.

Hamburgs Wirtschaftspolitik setzt auf ihre Cluster. Die offiziellen Erfolgsmeldungen über das Wirken dieser Cluster wollen wir unabhängig evaluieren lassen. Besonders da, wo innerhalb der Cluster sichtbar Arbeitsbedingungen existieren, die nicht hinnehmbar sind, wie z.B. geringe Bezahlung, das Aushebeln von Arbeitnehmer*innenrechten, unzulängliche Tarifbindung, sehen wir dringenden Handlungsbedarf.

Mit unserem Vorschlag für ein Hamburger Cluster Soziale Dienstleistung schaffen wir einen Gegenpol zur einseitigen auf internationalen Wettbewerb setzende Wirtschaftsförderung des Hamburger Senates.

Soziale Dienstleistungen sind personenbezogene Dienstleistungen, die die Bedürfnisse der Einzelnen in den Bereichen Kinderbetreuung, Bildung, Pflege und Wohlfahrt betreffen. Der demographische Wandel mit einer alternden Bevölkerung, gepaart mit einer steigenden Bevölkerungszahl in den Städten, lassen die sozialen Dienstleistungen zu einem erheblichen Faktor für Arbeit und Lebensqualität werden.

Die Förderungslandschaft in Hamburg ist von ihrer Dichte gut ausgebaut. Mit dem in dieser Legislatur beschlossenen Innovations-Wachstumsfonds ist die Einbindung privaten Risikokapitals in die Förderlandschaft vorgesehen. Bei den Förderprogrammen ist über die Jahre eine nur schwer zu übersehende Struktur entstanden. Wir sehen hier in einer Intensivierung der Beratung für StartUps und angehende StartUps und einer ehrlichen Evaluation der Ergebnisse der einzelnen Programme die beste Möglichkeit diese Programme zugunsten einer verstärkten StartUp-Förderung besser zu nutzen. Bei den Genehmigungsprozessen sehen wir einen Bedarf für ein stärkeres Einbeziehen fachlichen KnowHows für eine, über den Business Plan hinaus, umfassende Beurteilung der Förderfähigkeit einer Unternehmensgründung oder eines Unternehmensausbaus. Nach unserem Eindruck herrscht hier noch zu viel ‚altes Denken‘ in der Förderungspraxis.“

FDP

FDP Hamburg

„Hamburgs Gründer brauchen dringend Unterstützung beim Gründerkapital. Wir wollen Unternehmen in der Wachstumsphase unterstützen und setzen uns deshalb für den Innovations-Wachstumsfonds der Hamburgische Investitions- und Förderbank ein.  Das Ziel ist, dass Start-ups besseren Zugang zu Geldgebern und Unterstützern bekommen. Bestehende Förderprogramme, insbesondere bei der Investitions- und Förderbank, sind auf den Prüfstand zu stellen und zu verbessern. Start ups benötigen einen schnelleren und besseren Zugang zu Wagniskapital und endlich eine übersichtlichere Förderlandschaft für den Aufbau eines eigenen Unternehmens. Wir wollen eine Gründungsinitiative an unseren Hochschulen initiieren und dabei beispielsweise Professoren die Möglichkeit geben, unbürokratisch für ein oder zwei Semester zu pausieren, um ein Unternehmen zu gründen. Außerdem wollen wir die Hamburger Cluster für Gründer und Start ups öffnen. Die Cluster müssen für Start ups in den ersten zwei Jahren beitragsfrei sein. Neu gegründete Unternehmen sollen automatisch Mitglied des fachlich relevanten Clusters werden.“

Digitale Transformation

 

  • Wie will Ihre Partei Global Player, Mittelständler und Startups stärker miteinander vernetzen?
  • Wie werden Sie die Unternehmen dabei unterstützen, fit für das digitale Zeitalter zu werden?

SPD

SPD Hamburg Logo

Wie will Ihre Partei Global Player, Mittelständler und Startups stärker miteinander vernetzen?
Durch die Gründung von Innovationsparks bringen wir die verschiedenen Akteure zusammen. Wir wollen, dass Forschungsergebnisse über eine Unternehmensgründung oder einen geeigneten Transfer zu realen Produkten und Dienstleistungen werden und damit zu einer Wirtschaftskraftsteigerung für Hamburg führen. Dafür bedarf es geeignete Transferräume und -strukturen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Diese Transferräume schaffen wir in Hamburg systematisch, indem wir bereits das Konzept und die Struktur von Innovationsparks eingeführt haben, die Flächen für strategische Partnerschaften aus Forschung und Wirtschaft zur Verfügung stellen. Die Innovationsparks sind dort angesiedelt, wo bereits wichtige Ankerinstitute Spitzenforschung betreiben; z.B. in Altona am DESY, in Harburg an der TUHH und dem InnovationCampus Green Technologies, in Bergedorf am Energiecampus der HAW und am Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung. (Wahlprogramm->) Die von uns initiierte „Science-City Bahrenfeld“ wird künftig zusammen mit der Universität und dem DESY optimale Standortbedingungen bieten für wissenschaftliche Einrichtungen, Start-Ups und innovative Unternehmen, mit Laboren und modernen Arbeitsplätzen für kluge Köpfe aus der ganzen Welt. (Des Weiteren siehe Antwort unter „Hamburg – Standortattraktivität erhöhen“.) Darüber hinaus spielt für den Standort Hamburg, seine Unternehmen und die Vernetzung untereinander die „Digitale Transformation“ für die weitere Entwicklung eine zentrale Rolle. Der Begriff steht für den Prozess, ein Geschäft neu zu definieren, Prozesse zu digitalisieren und Beziehungen über mehrere Wertschöpfungsstufen hinweg zu erweitern. Die zunehmende Komplexität von Innovationsprozessen erfordert Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie neue Innovationspartnerschaften. Vernetzung hilft, unternehmensinterne (Know-how-) Engpässe zu überwinden, Risiken zu teilen, Ressourcen zu schonen und den Einstieg in neue Technologie- und Geschäftsfelder zu erleichtern. Wir werden unserer Innovationspolitik einen in dieser Hinsicht erweiterten Innovationsbegriff zugrunde legen. Dieser erschließt neue, moderne Formen der Innovation, die im Zuge der Digitalisierung rasant an Bedeutung gewinnen: Open Innovation, Dienstleistungs- und Prozessinnovation sowie Geschäftsmodellinnovationen. Dadurch werden wir die vollständige Bandbreite des Innovationsgeschehens am Standort erfassen und bisher nicht gehobene Potenziale nutzen. Akteure wie innovative Startups oder Vertreter und Vertreterinnen der Kreativwirtschaft verändern Regeln und Funktionsweisen von Innovationsprozessen und prägen ihre Gestaltung.

 

Wie werden Sie die Unternehmen dabei unterstützen, fit für das digitale Zeitalter zu werden?
Die zunehmende Digitalisierung und der dadurch ausgelöste Strukturwandel verändern Teile der Arbeitswelt und damit auch die Erwartungen an die Beschäftigten. Immer schneller verändern sich Berufe und es entstehen neue Berufe. Dazu kommt der demographische Wandel, durch den Hamburg älter und vielfältiger wird. Wir werden die Weiter-qualifizierungsanforderungen der Digitalisierung im Fachkräftenetzwerk in einer eigenen Arbeitsgruppe gemeinsam mit Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen, Kammern und Bildungsträgern zum Thema machen und modulare Angebote entwickeln, die auch eine nebenberufliche Weiterbildung besser ermöglichen als bisher. Bei dieser Gestaltungs-aufgabe werden wir uns auch auf die Arbeitswissenschaft stützen. Denn es geht nicht nur um einen technischen Blickwinkel, sondern um die menschengerechte Gestaltung des Wandels. Wir werden eine Beratungseinrichtung schaffen, auch als Ansprechpartner für kleine und mittlere Unternehmen, für Betriebsräte und für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die von konkreten Transformationsprozessen betroffen sind: Ein Innovations- und Transfercenter Arbeit 4.0.
Ebenso unterstützt das am 1. Januar 2019 in Kraft getretene Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung (Qualifizierungschancengesetz) Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber. Unter anderem wurde die Weiterbildungsförderung insbesondere für beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erheblich ausgeweitet. Die Fördermöglichkeiten zielen auf alle Beschäftigten, die berufliche Tätigkeiten ausüben, die durch Technologien ersetzt werden können, in sonstiger Weise von Strukturwandel betroffen sind oder die eine berufliche Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben, also in einem Beruf, in dem Fachkräftemangel besteht. Sie sollen ihre beruflichen Kompetenzen leichter fortentwickeln und anpassen können.

CDU

CDU Hamburg

Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft intensivieren und Hamburgs Hochschulen sollen zu Keimzellen der Gründerszene ausgebaut wer-den. Die Vernetzung und die Schaffung von entsprechenden Plattformen dafür sind dabei der Schlüssel für erfolgreiche Neugründungen. Dies wollen wir durch Förder-programme gezielt forcieren und Anreize für Ausgründungen durch Unternehmen und Hochschulen schaffen. Darüber hinaus fördern wir Weiterbildungen, unterstützen Unternehmen bei der Internationalisierung und Digitalisierung und laden Verbände und Kammern ein, dazu einen gemeinsamen Masterplan „Mittelstand 2030“ zu erar-beiten.

Bündnis 90 / Die Grünen

Gruene Hamburg

Hamburg hat als Stadtstaat einen großen Standortvorteil für Startups und andere junge innovative Unternehmen und bietet ein starkes Ökosystem für Gründer*innen: die Wege sind kurz, die Vernetzungsmöglichkeiten mit Global Playern und Mittelständlern, aber auch der Wissenschaft und Forschung sind besser als in Flächenländern. Diese Vorteile wollen wir dauerhaft nutzen, weil wir der Überzeugung sind, dass sie für alle Seiten einen Mehrwert mit sich bringen. Ein Rolle bei dieser Vernetzung sollen die bestehenden Institutionen StartUpDock, Digital Hub, NextMedia, die StartUp-Unit und zukünftig das neue Gründer*innenzentrum auf dem Forschungscampus Bahrenfeld spielen. In Hamburg fehlt es an großen Vernetzungsveranstaltungen, die auch national und international Aufmerksamkeit nicht zuletzt auch bei Venture Capital Fonds wecken sollen. Hier wollen wir gemeinsam mit der Gründer*innenszene hamburgspezifische Eventkonzepte entwickeln. Wir glauben aber auch: am Ende können staatliche Institutionen für eine für alle Beteiligten gewinnbringende Vernetzung nur die Voraussetzungen schaffen, für die Vernetzung braucht es aber neben Formaten auch die Initiative der beteiligten Unternehmen.

Damit Hamburgs Arbeitnehmer*innen zusammen mit Arbeitgeber*innen bei der Digitalisierung nicht auf der Strecke bleiben, wollen wir passende Fortbildungen in Zusammenarbeit mit den Unternehmen entwickeln und fördern. Außerdem wollen wir die Möglichkeiten des Bildungsurlaubs für Hamburger Arbeitnehmer*innen ausweiten und die gegenseitige Anerkennung unter den nördlichen Bundesländern erreichen.

Die Linke

Die Linke Hamburg

„Wir wollen eine Bestandsaufnahme der verschiedenen Absichtserklärungen, Förder- und Beratungsprogramme zur Unterstützung der Betriebe in Hamburg bei der Digitalisierung. Daraus abgeleitet wollen wir, dass eine Gesamtstrategie Digitalisierung über alle Unternehmensverbände hinweg Ziele und Maßnahmen definiert.

Wir brauchen eine bessere Integration der StartUps in die bestehenden Wirtschafts-Cluster und den clusterübergreifenden Austausch von Ideen und Anregungen. Global Player haben schon heute mehr als ein waches Auge auf StartUps, nicht zuletzt um diese im Erfolgsfall auch zu übernehmen. Uns kommt es besonders auf die Vernetzung des Mittelstands mit den StartUps an. Zum einen um den Mittelstand über die Leistungen und Angebote der StartUps zu informieren, aber auch um StartUps mehr und zielgerichtet über die Anforderungen des Mittelstands in Kenntnis zu setzen um neue Innovationen zu triggern.

Das Beratungsangebot von Handelskammer und Handwerkskammer zur digitalen Transformation für ihre Mitgliedsunternehmen muss weiter unterstützt und ausgebaut werden. Dabei muss auch darüber gesprochen werden wie kleine und mittlere Unternehmen ohne entsprechendes Fachwissen unterstützt werden können. Diese Evaluation und die daraus resultierenden Schritte müssen dann schnell und mit der Unterstützung des Landes umgesetzt werden.“

FDP

FDP Hamburg

„Die digitale Transformation ist eine Chance. Mit unbürokratischen Vernetzungsaktionen sorgen wir, dass alle, die in Hamburg gründen, sich einfach und schnell mit den bereits etablierten Unternehmen (große Unternehmen und Mittelständler) vernetzen können. Ein weiterer Vorschlag dafür: Ein monatliches Gründertreffen mit dem Wirtschaftssenator – in ungezwungener Atmosphäre, um ins Gespräch zu kommen und sich kennenzulernen. Unterstützend sollte wirken, dass die Gründung eines Unternehmens innerhalb von 24 Stunden erfolgen kann. Daher wollen wir ein Online-Portal für die schnelle Registrierung von Unternehmensgründungen. Technische Fertigkeiten und IT-Kenntnisse sollten bereits in der Schule gelehrt werden und in der beruflichen Ausbildung und im Studium weiter geführt werden.“

*Hinweis zur Methodik: Nach ihren Positionen zur Startup-Politik wurden die Parteien angefragt, die nach den Umfragen eine realistische Chance auf einen Einzug ins Parlament haben. Das waren AfD, CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD. Mit Ausnahme der AfD haben alle Parteien geantwortet.