Startups im Austausch mit der Politik – Get Started Gründerfrühstück in Hamburg

Wie attraktiv ist Hamburg für Gründer? Welche Chancen und Herausforderungen bieten sich in der Hansestadt und wie kann die Politik das Potenzial von jungen Unternehmen fördern? Wenn Startups auf Politiker treffen, gibt es jede Menge Gesprächsstoff. So war es auch gestern beim Get Started Gründerfrühstück in Hamburg. Viele Gründer und Gründungsinteressierte kamen ins Hamburger Betahaus und verfolgten die Diskussion der beiden Wirtschafts- und Digitalpolitiker Hansjörg Schmidt, MdHB (SPD) und Carsten Ovens, MdHB (CDU) mit den Hamburger Gründern Freya Oehle von Spottster und Johannes Jacubeit von LifeTime über das Startup-Ökosystem Hamburg. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Gründerszene-Redakteurin Hannah Löffler.

Zur Begrüßung gab Urs Krämer, Landessprecher Hamburg im Bitkom, einen kurzen Impuls zur Entwicklung der Startup Szene in Hamburg. Bei einer Gründerquote von 2,36 Prozent sei noch viel Luft nach oben, so Krämer. „Daher wünsche ich mir sehr, dass wir alle Gas geben und das entsprechend nach oben ziehen.“

Gründungsfinanzierung in Hamburg

Zu Beginn der Diskussion gab Hansjörg Schmidt einen Überblick zur aktuellen Startup-Politik Hamburgs und erläuterte, welche Vorhaben der Senat plant und was bereits umgesetzt worden ist. So wird aktuell am Hamburger Innovations-Wachstumsfonds gearbeitet, der jungen und innovativen Unternehmen bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen soll. Die Stadt Hamburg beteiligt sich mit bis zu 10 Millionen Euro, der Rest soll von privaten Investoren in Form von Eigenkapital, Bürgschaften oder Darlehensmitteln kommen. Nach dem aktuellen Stand gefragt, sagte Schmidt: „die Gespräche laufen“. Sollten am Ende nur 50 Millionen zusammenkommen, wäre es dennoch ein wichtiges Zeichen dafür, dass sich in Hamburg etwas bewegt, so der SPD-Politiker.

Dass sich SPD und CDU in vielen Aspekten der Startup-Politik einig sind, machte Carsten Ovens deutlich. Vieles dauere jedoch einfach zu lange. Entwicklungen würden daher eher abseits des Senats stattfinden. Auch zum geplanten Startup-Fonds nahm der CDU-Politiker Stellung. Eine Beteiligung von maximal 10 Prozent der Stadt sei zu wenig. Für ein positives Signal für Hamburger Startups müsse die öffentliche Beteiligung höher ausfallen.

Während das Health Startup LifeTime bei der Gründung auf öffentliche Mittel des EXIST Gründerstipendiums zurückgreifen konnte, hat Spottster bei Finanzierungsfragen private Geldgeber adressiert. Für Freya Oehle besteht ein großes Problem in Hamburg darin, dass zu wenig privates Geld den Weg zu Startups findet.

Freya Oehle

Warum in Hamburg gründen?

Neben der Finanzierung von jungen Unternehmen war auch Hamburg als Gründungsstandort Thema beim Gründerfrühstück. Für Johannes Jacubeit war die Gründerszene ein ausschlaggebendes Argument, um in der Hansestadt zu gründen. „Hier in Hamburg ist es cool, man kennt sich untereinander“. Auch bei Spottster war die Frage schnell geklärt. Freya Oehle: „Unser IT‘ler wollte nicht nach Berlin und man hört auf das, was der IT’ler sagt“. Während die Standortwahl weniger Probleme darstellte, beschrieb die Gründerin von Spottster andere Hürden, die besonders zu Beginn auftraten. Viele Fragen, sei es zur Versicherung oder zum Businessplan, würden in der Universität nicht oder nur am Rande thematisiert. Damit das Thema Unternehmertum stärker in der Bildung verankert wird, müssten nicht nur die Lehrpläne geändert, sondern auch die Lehrerausbildung deutlicher auf solche Themen ausgerichtet werden. Wie wichtig das Thema Startup-Politik in Hamburg ist, zeigten die Fragen aus dem Publikum. Viele Gründer nutzten die Möglichkeit, die Politik direkt zu adressieren und machten Vorschläge, wie die Startup-Szene noch besser gefördert werden könnte. Auch beim anschließenden Networking zeigte sich: Es besteht noch viel Diskussionsbedarf in Sachen Hamburger Startup-Politik, der Austausch wird von beiden Seiten gesucht. Wir werden den Dialog fortführen und freuen uns auf das nächste Gründerfrühstück in Hamburg.

 


 

 

 

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