Startup Manifesto Policy Tracker – Da geht noch was

Im Jahr 2013 haben neun erfolgreiche Gründer auf einem 14-seitigen Manifest der europäischen Politik 22 Handlungsempfehlungen mit auf den Weg gegeben. Aus einem Denkanstoß wurde so eine Bewegung, die mittlerweile über 8000 Manifest-Anhänger in Europa gefunden hat. Zudem schießen in allen EU-Mitgliedstaaten ähnliche Projekte wie Pilze aus dem Boden. Kein Wunder in einer Zeit, wo sich überall innovative Gründer zusammen hub’ben, um neue Ideen für Europa und die Welt zu entwickeln.

Um die Startup Szene nicht nur im Blick zu behalten, sondern auch die europaweiten Rahmenbedingungen für junge Unternehmen zu verbessern, hat der europäische Think Tank European Digital Forum ein Tool entwickelt – den Startup Manifesto Policy Tracker. Anhand von bestimmten Kriterien wie Kapitalmarktzugang oder Qualifikation und Bildungsniveau werden die erzielten Fortschritte und Erfolge aller 28 EU-Mitgliedsstaaten im Politikbereich gemessen. Das Projekt wird von einem Netzwerk nationaler Experten begleitet, die aus erster Hand über politische Entwicklungen in ihrem eigenen Land informieren. Niklas Veltkamp, Mitglied der Geschäftsleitung beim Bitkom und zuständig für den Startup Bereich, übernimmt dabei diese Funktion für Deutschland.

Ein erster Bericht, der heute auf der CeBIT in Hannover EU-Kommissar Oettinger überreicht wurde, zeigt, dass es seitens der deutschen Bundesregierung noch einiges an Aufholbedarf gegenüber anderen Ländern gibt. Dabei sind insbesondere die Niederlande, Großbritannien und Italien Spitzenreiter der Tabellen. Deutschland kann insbesondere beim Thema Leadership und Talente-Pool punkten, wohingegen die institutionellen politischen Rahmenbedingungen im EU-Vergleich eher durchschnittlich sind. Unterm Strich fehlt es Deutschland also anscheinend nicht an Talent, sondern an konkreten Maßnahmen. Einen größeren Fokus auf Entrepreneurship in Schulen und Universitäten, leichteres Anstellen von ausländischen Fachkräften, Förderung der privaten und öffentlichen Investitionstätigkeit, kein verstaubtes Datenschutzrecht, Austausch von Best Practices lauten nur einige dieser Forderungen.

Anregungen für innovationsgesteuerte Politik gibt es sicherlich genug auf der CeBIT, denn Startups sind in keinem Geschäftsbereich mehr wegzudenken. Politiker sollten die Zeit nutzen, um das direkte Gespräch zu suchen. Dabei können Sie gerne auch am Bitkom-Stand vorbeischauen, wo diese Woche 11 Get Started Mitglieder ausstellen und die vielen Facetten der Digitalisierung  aufzeigen.

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