Lehrer raten Schülern selten zur Startup-Gründung

Mittwoch war in Berlin, Brandenburg und Hamburg der letzte Schultag vor den Sommerferien. In etlichen anderen Bundesländern erholen sich Schüler und Lehrer bereits vom Lernstress. Passend dazu hat Deutsche Startups noch einmal die Ergebnisse unserer Lehrerbefragung hervorgeholt, nachdem die meisten Lehrer so gar nichts von der Gründung eines Startups halten, und einen Beitrag dazu auf Facebook gepostet. Die Kommentare unter dem Beitrag zeigen, dass das Thema immer noch von großem Interesse ist und der Wunsch nach mehr Details besteht. Besonders die Frage nach den Lehrern, die wir befragt haben, wurde diskutiert. Daher haben wir uns die Ergebnisse noch einmal angeschaut und detaillierter aufgearbeitet.

505 Lehrer befragt

Bitkom Research hat in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Aris im Auftrag des Bitkom insgesamt 505 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I dazu befragt, ob sie ihren Schülern die Gründung eines Startups empfehlen oder davon abraten würden. Rund zwei Drittel (64 Prozent) der Lehrer würden ihren Schülern von einer eigenen Gründung abraten. Nur jeder Vierte (24 Prozent) würde seine Schüler dazu ermutigen.

Die fachliche Ausrichtung der befragten Lehrer macht hierbei ebenso wenig einen Unterschied wie das Alter. Sowohl bei den Lehrern mit MINT-Hauptfächern (also Mathematik, Naturwissenschaften oder Informatik) als auch bei denen, die vorwiegend Sprachen unterrichten würden knapp zwei Drittel ihren Schülern von einer Startup-Gründung abraten. Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man die Lehrkräfte in Altersgruppen einteilt. Die Anzahl der Lehrer, die ihren Schülern zu einer eigenen Gründung raten würden, liegt in den Altersklassen „bis 30 Jahre“, „31 bis 40 Jahre“ und „41 bis 50 Jahre“ bei etwa 25 Prozent. Bei den Lehrern, die älter als 50 Jahre sind ist der Wert mit 22% etwas geringer.

Kaum Unterschiede zwischen Alter, Schulart und Hauptfächern

Startups scheinen in deutschen Schulen demnach generell keinen guten Ruf zu haben. Das wird auch deutlich, wenn man die Schularten der befragten Lehrer betrachtet. Zwei Drittel der Haupt-, Gymnasial- und Gesamtschullehrer und fast drei Viertel der Lehrer an den Schularten mit mehreren Bildungsgängen (73 Prozent) würden ihren Schülern von einer Gründung abraten. Am Gründungsfreundlichsten sind die Realschulen: Hier ist es mit 53 Prozent nur etwa jeder Zweite.

Schule muss unternehmerisches Denken vermitteln, wenn wir es in Deutschland mit einer Gründungskultur ernst meinen. Und Schule muss Raum für Kreativität schaffen und Wege zeigen, Probleme und Herausforderungen unternehmerisch anzugehen“, hat Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp die Ergebnisse kommentiert. An dieser Stelle muss dringend mehr passieren.

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