Fünf Fragen an: lengoo

Mit den eigenen Daten maschinelle Übersetzungen auf ein neues Niveau bringen? Wie das geht zeigt unser neues Get Started Mitglied lengoo. Das Startup hat eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die lernen kann, Übersetzungen in den stilistischen Präferenzen ihrer Kunden anzufertigen. Mit dieser Technologie haben sie sich nichts weniger vorgenommen, als die maschinelle Übersetzung zu revolutionieren. Wie das funktioniert und wie der perfekte Arbeitstag des Startups aussieht – der übrigens so verlockend klingt, dass wir gerne mal bei einem dabei wären – erzählt uns lengoo in unseren „5 Fragen an: lengoo“. 

lengooWer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind lengoo und wir entwickeln die smarteste KI-Technologie im Bereich der Übersetzung. Unser Unternehmen ist, wie auch unser Team, zu einer Hälfte Tech und zur anderen Hälfte Language-Nerd. Wobei eines das andere natürlich nicht ausschließt. Wir verknüpfen das Know-How menschlicher Fachübersetzer mit der Präzision und der Geschwindigkeit von Maschinenübersetzungssystemen. Aufgrund unseres kundenspezifischen Ansatzes können diese Übersetzungssysteme anspruchsvolle Texte in andere Sprachen übersetzen. Und das in 400 Sprachkombinationen, gemeinsam mit mehreren tausend Fachübersetzern weltweit.

Weshalb hat eure Lösung noch gefehlt?

Maschinelle Übersetzung ist die Zukunft der Übersetzung, vielen Anbietern und Kunden fehlt allerdings das Verständnis dafür, wie man es richtig angeht oder sie haben Angst davor. Mit Hilfe unseres hoch individualisierten und automatisierten Trainingsansatzes erreichen unsere Maschinenübersetzungssysteme ganz neue Qualitätslevel – auch für anspruchsvolle Texte. Unsere Maschinenübersetzungssysteme basieren auf Neuronale Netzen. Und diese müssen, genau wie Kinder in der Schule, unterrichtet werden. Und zwar von guten Lehrern mit guten Unterrichtsmaterialien. Wir haben erkannt, dass eben diese “guten Unterrichtsmaterialien” jeder Kunde bereits selbst mitbringt: die eigenen Daten nämlich. Wer oft Übersetzungen benötigt hat meistens schon viele Dokumente in mehreren Sprachen vorliegen. Wir nutzen genau diese Dokumente und trainieren damit unsere Technologie, um kundenspezifische Präferenzen im Bezug auf Terminologie, Stil und Tonalität zu lernen. So erreichen wir ein ganz neues Qualitätsniveau der Maschinellen Übersetzung. Das freut nicht nur unsere Korrekturleser, die viel schneller Übersetzungen anfertigen können als zuvor, sondern auch unsere Kunden, die so bis zu 50 % Budget und Zeit einsparen können.

lengooWorin bestand die Motivation eures Gründerteams?

Unser CEO Christopher hat vor der Gründung von lengoo bei einer Unternehmensberatung hautnah erfahren wie eine falsche Übersetzung eines einzigen Dokumentes den Bauträger eines international Logistikunternehmens 80.000 Euro pro Tag durch die entstandene  Verzögerung gekostet hat. In diesem Fall bei 11 Tagen fast 1 Million Euro. Das Ausmaß dieser Summe hat Christopher zum Nachdenken gebracht und er beschloss gemeinsam mit Alexander Gigga und Philipp Koch-Büttner ein Unternehmen zu gründen, das Übersetzungen smarter macht, d.h. mit Hilfe von KI-Technologie die Übersetzer dabei unterstützt schneller und genauer bessere Übersetzungen anzufertigen. Dieses Unternehmen ist lengoo.

Wo seht ihr euch in drei Jahren?

In drei Jahren sehen wir uns an der europäischen Spitze der Unternehmen, die AI-Technologie entwickelt, die einen echten Mehrwert für ihre Nutzer schafft. Wir sehen uns in einer Welt, in der wir Unternehmen auf der ganzen Welt dabei geholfen haben, ihre eigenen Daten so intelligent zu nutzen, dass das Thema Mehrsprachigkeit für sie keine Hürde mehr darstellt, sondern eine großartige Chance für die Zukunft. Eine Zukunft, in der alle Linguisten mit unserer Technologie Übersetzungen in der Hälfte der Zeit anfertigen können, die sie heute brauchen und eine Zukunft, in der Sprachbarrieren im heutigen Sinne zu einem antiquierten Konzept werden.

Wie sieht bei Euch der perfekte Arbeitstag aus?

Der perfekte Arbeitstag beginnt mit italienischem Espresso von unserem CTO Maurizio fürs Team. Danach ist grundsätzlich alles möglich, denn manchmal steht der Kaffee  so dick in der Tasse, dass der Zucker länger auf der Oberfläche verweilt, als das Giotto auf dem Cappuccino in der Fernsehwerbung. Zum Daily Stand-Up sind dann alle wach. Also sehr wach. Wir besprechen die wichtigsten Schritte für den Tag und stimmen uns ein. Danach bricht das Sales Team Rekorde, das Marketing freut sich über eine Interviewanfrage der Tagesschau, das Operations Team setzt Berge in Bewegung und besetzt ein 4 Millionen Worte Projekt innerhalb von 30 Minuten, mit den besten Linguisten weltweit und das IT Team verlautet auf Slack den Release eines großen Product-Features, das Übersetzen noch einfacher, schneller und besser macht. Und draußen vor dem Fenster spiegelt sich die Sonne in der goldenen Spitze des Berliner Doms.