FinTechs auf der Digital Banking Conference

Die Bankenlandschaft wie wir sie von vor 10 Jahren kennen, gehört inzwischen der Vergangenheit an. Durch FinTechs, Kooperationen zwischen neuen und etablierten Unternehmen und innovativen Technologien wird das Modell der Vollbank immer weiter verdrängt und die Finanzwelt transformiert. Am 17. Mai treffen sich auf der Digital Banking Conference Finanzpolitiker, Entscheider aus Banken, Börsen, FinTechs und Technologie-Unternehmen, um über die Formen und Auswirkungen dieser Transformation zu diskutieren.

Open Banking

Für Banken bedeutet vor allem die Konkurrenz durch FinTechs eine große Herausforderung. Während sich das Geschäftsmodell der vertikal integrierten Bank in den letzten Jahren kaum weiterentwickelt hat, haben FinTechs Banking mit neuen Prozessen, modernen Softwares und digitalen Applikationen in die moderne Zeit gebracht. Heute ergeben sich häufig Kooperationen zwischen den etablierten Banken und den oft hochskalierten FinTechs. Dabei können beide Seiten von einem Austausch von Kapital, Kunden, digitalem Knowhow und Produkten profitieren. Der Zusammenschluss solcher Kooperationen gehört zu den wichtigsten Entwicklungen, die im Rahmen der digitalen Transformation der Bankenlandschaft, dem „Open Banking“, stattfindet.

Das zeigt auch das Berliner FinTech Weltsparen, international als Raisin bekannt, das ebenfalls auf der Digital Banking Conference dabei sein wird. Weltsparen stellt seinen Kunden eine Plattform für Einlagensparen (Tages- und Festgeld) zu Verfügung. Dabei hat es Anschluss an über 40 Banken, an die das über die Plattform eingesammelte Geld vermittelt wird. Wie erfolgreich das Startup durch diese Kooperationen mit Banken geworden ist, zeigt sich nicht nur an den 5 Mrd. Euro oder 5.000 Mio. Euro Kundengelder, die es inzwischen vermittelte, sondern auch an der Zusammenarbeit mit PayPal, durch die es mit einem Schlag Zugang zu 16 Millionen PayPal-Kunden in Deutschland erreicht hat.

Die Berliner FinTech-Bank solarisBank ist wiederum ein gutes Beispiel dafür, dass neben Kooperationen auch Plattformen und der Ausbau eines Dienstleistungsnetzwerks gleich seit Gründung mitgedacht werden und somit entscheidend zur Transformation zum Open Banking beitragen. Die solarisBank ermöglicht anderen Unternehmen beliebige Services, wie beispielsweise Kreditvermittlungsplattformen, Zahlungsdienste oder Kontoservices über Schnittstellen auf ihrer API-Banking-Plattform mit Banklizenz anzuschließen. So kombiniert sie eine innovative Plattform-Technologie mit der regulatorischen Expertise einer volllizenzierten Bank.

Reifung des FinTech-Marktes

Nicht nur Weltsparen und die solarisBank sind gute Beispiele dafür, wie weit der FinTech-Markt inzwischen gereift ist. Auch N26 gehört zu einem der wichtigsten Player in diesem Bereich. N26, das auch eine Banklizenz hat, bietet privaten Kunden alles, was man von einer Bank erwartet: Konto, Überweisungen, Kreditkarte, Versicherungsvertrieb, Kreditvergabe und vieles mehr… – das Girokonto von N26 lässt sich direkt vom Smartphone aus verwalten. N26 hat auch die Aufmerksamkeit internationaler Investoren auf sich gezogen: Mit einer Investition von u.a. dem chinesischen Tech-Giganten Tencent & Allianz in Höhe von 160 Mio. Dollar hat das FinTech aus Berlin-Mitte nun genügend Ressourcen weiter international zu skalieren.

Das Startup Figo gehört ebenfalls zu einem der hochskalierten FinTechs Deutschlands. Als Europas erster Banking Service Provider haben sie eine technologische Plattform entwickelt, die den Informationsaustausch zwischen Banken ermöglicht. Diese Daten können dann wiederum von anderen Services und Anwendungen genutzt und den Kunden smart verfügbar gemacht werden. Ein weiteres Ziel von Figo ist, die Beratung von verschiedenen Akteuren der Finanzwelt, um so die Digitalisierung der Bankenlandschaft voranzutreiben und Banking alltagsfreundlicher zu gestalten.

Ein ähnliches Ziel hat sich das FinTech FinLeap gesetzt. Der Startup-Inkubator wurde 2014 mit dem ehrgeizigen Ziel gegründet, die Finanzbranche zu digitalisieren. FinLeap konzentriert sich auf den Aufbau und die Unterstützung von FinTech-Unternehmen, indem es ihnen eine ausgebaute Infrastruktur bietet und zum Wachstum verhilft. Damit stellt FinLeap einen der größten Hubs für FinTechs in Europa dar, der für Player aus dem Finanzsektor weltweit ein Ökosystem bietet.

Während also noch vor einigen Jahren kritisiert wurde, dass deutsche FinTechs nicht international konkurrenzfähig wären, hat sich dieses Bild inzwischen stark verändert.

Neben den aufgeführten FinTechs werden noch viele weitere spannende Unternehmen an der Digital Banking Conference teilnehmen und ihre innovativen Ideen und Annäherungen an eine digitale Transformation der Bankenlandschaft vorstellen. Ziel der Banking Conference ist es, deutlich zu machen, dass ein „FinTech versus Banken“ eine längst veraltete Vorstellung ist. Mittlerweile haben Banken die riesige Chance erkannt, die sich in Open Banking verbirgt und welchen Mehrwert eine Kooperation mit FinTechs bringen kann.

Das komplette Programm zur Digital Banking Conference könnt ihr euch hier ansehen: https://banking-conference.de/programm. Falls ihr Fragen zu der Veranstaltung habt, könnt ihr euch gerne an Julian wenden.

 

 

 

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