EXIST: Gut, aber…

Bei den ersten Schritten hin zum eigenen Startup freut man sich über jegliche Unterstützung. Die Bundesregierung setzt mit ihrem EXIST Förderprogramm genau hier an. Über ein Jahr werden Gründer aus dem universitären Forschungsumfeld mit bis zu ca. 100.000 Euro unterstützt. Ein Angebot, auf das seit 2007 mehr als 1000 Startups zurückgegriffen haben.

Doch wie bei Förderprogrammen üblich ist man auch nach der Antragsphase mit Formularen und neuen Fragestellungen konfrontiert. Viele von euch haben uns in Gesprächen auf Punkte hingewiesen, wo ihr Verbesserungspotential seht. Wir haben den Ball aufgenommen und mit eurer Unterstützung fünf Vorschläge zu Optimierung von EXIST erarbeitet:

1. EXIST bundesweit nicht besteuern: Aktuell kommt es auf den guten Willen eures Finanzamts an, ob ihr euer Stipendium besteuern müsst oder nicht. Das muss ein Ende haben.
2. Sachmittelzuschuss als Pauschale auszahlen: Bisher müssen Stipendiaten für jede Anschaffung, die aus EXIST-Mitteln bezahlt wird, Einzelanträge schreiben. Anschließend geht es durch einen mehrstufigen Genehmigungsprozess – Willkommen Bürokratie! Wir fordern, dass der Zuschuss für Sachmittel zu Beginn der Förderung als Pauschale ausgezahlt wird.
3. Gründungskosten finanzieren: Der Eintrag ins Handelsregister hat seinen Preis,    Rechtsanwälte und Notare arbeiten nicht kostenfrei. Es muss möglich sein, diese Ausgaben aus Fördermitteln bezahlen zu können.
4. Alumni-Netzwerk schaffen: EXIST-Stipendiaten werden nach Auslaufen der Förderung nicht weiter in das Programm eingebunden. Durch den Austausch zwischen früheren und aktuellen Stipendiaten wird wertvolles Wissen gesammelt und ausgetauscht.
5. Bessere Kommunikation: Ab Einreichung des Förderantrags bis zur schriftlichen Antwort durch den Projektträger findet keine Kommunikation statt. Nach der ersten Durchsicht der Unterlagen sollte mindestens ein Feedbackgespräch/-telefonat zwischen Projektträger und Antragsteller stattfinden um offene Fragen zu klären.

Unseren ausführlichen One-Pager findet ihr hier.

Manche Verbesserungen wären sogar ohne jeden Aufwand und auch ohne Kosten umzusetzen. Viele von euch haben darauf hingewiesen, dass auf dem elf Seiten langen Bewilligungsformular zwar mehrfach auf die Folgen von Subventionsbetrug hingewiesen wird. Einen Glückwunsch zum eigenen Startup sucht man aber vergeblich.

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