EU Blue Card –  Hürden gelockert     

Talentiert und auf der Suche nach einem Job in der Tech-Industrie? Das sind Millionen Menschen weltweit. Perfekt für Europa, wo Fachkräfte dringend gebraucht werden. Allerdings entscheiden sich laut OECD-Studie 69% aller hoch-qualifizierten Migranten für andere Standorte. Laut EU-Kommission sind die restriktiven Zulassungsbedingungen und das gleichzeitige Weiterbestehen paralleler Vorschriften, Bedingungen und Verfahren auf nationaler Ebene ein Grund für die mangelnde Inanspruchnahme der in 2009 eingeführten “EU Blue Card“. Ein hoch auf die europäische Bürokratie!

EU-weite Regelung geplant

Das soll sich nun ändern, kündigt EU-Kommissar Avramopoulus an und stellte diese Woche eine Überarbeitung der EU Blue Card Richtlinie vor. „Mit dem neuen Vorschlag soll eine EU-weite Regelung geschaffen werden, die parallele einzelstaatliche Regelungen, soweit sie Arbeitsplätze mit hohem Anforderungsprofil betreffen, ersetzt, um für Bewerber wie Arbeitgeber größere Klarheit zu schaffen, der Regelung mehr Sichtbarkeit zu verleihen und sie wettbewerbsfähiger zu machen“ verkündet die EU-Kommission in der Pressemitteilung. Dabei hofft sie, dass sich in Zukunft mehr Fachkräfte für die „Blue“ statt „Green Card“ entscheiden. Dadurch soll Europa von einem geschätzten Jahreswachstum von zwischen 1.4 und 6.2 Mrd. EUR profitieren.

Kürzere Verfahren und verbesserte Rechte für Karteninhaber

Unter anderem sollen folgende Punkte konkret verbessert werden:

  • Kürzere Verfahren von 90 auf 60 Tage und Senden der Anträge auch von innerhalb der EU (bisher nur im Ausnahmefall),
  • Absenken der Gehaltsgrenze mittels flexibleren Spanne (entweder gleichwertig oder maximal 1.4 des nationalen Durchschnittgehalts; 80 % des Durchschnittgehaltes für Hochschulabsolventen oder in Mangelberufen),
  • Verkürzung der Arbeitsverträge von 12 auf 6 Monate,
  • Beantragung der Blaukarte auch von hoch qualifizierte Personen, die unter Asylrecht internationalen Schutz genießen,
  • Vereinfachung der Verfahren für einen Arbeitsplatzwechsel innerhalb der EU und Ermöglichung kurzfristiger Geschäftsreisen von 90 Tagen,
  • Verbesserte Rechte der Inhaber durch rascheren Zugang zu einem langfristigen Aufenthaltstitel und Familienangehörigen (gleichzeitige Einreise)

 

Insbesondere Startups sind auf Tech Talente angewiesen, um ihre Ideen weiterzuentwickeln. Die bisherigen Regelungen standen der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter aus dem Nicht-EU-Ausland bislang jedoch häufig im Weg. Die Überarbeitung der EU Blue Card ist daher ein erster wichtiger Schritt, um eine Willkommenskultur zu schaffen, die zur erfolgreichen Integration hochqualifizierter IT-Fachkräfte und Gründer und zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen und deutschen Wirtschaft beiträgt.

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