2,4 Millionen Euro Kapital brauchen deutsche Startups im Schnitt

2,4 Millionen Euro. So viel Kapital brauchen Gründer im Schnitt in den kommenden zwei Jahren zur Startup Finanzierung. Das ist das Ergebnis unserer Startup Umfrage, an der rund 150 Gründer teilgenommen haben. Bei 66 Prozent der befragten Startups besteht in den nächsten zwei Jahren Finanzierungsbedarf. Lediglich ein Drittel gibt an, für die nächsten 24 Monate finanziell ausgesorgt zu haben. Je größer ein Startup wird, desto größer wird auch der Finanzierungsbedarf: Junge Unternehmen, die ein bis drei Mitarbeiter beschäftigen, benötigen im Schnitt 640.000 Euro frisches Kapital, bei vier bis neun Mitarbeitern sind es 1,7 Millionen Euro. Startups mit zehn bis 19 Mitarbeitern benötigen 3,1 Millionen und Startups mit mehr als 20 Mitarbeitern etwa 4,7 Millionen Euro.

Finanzierung als größtes Hemmnis

Auch wenn sich die Finanzierungssituation von Tech Startups unter anderem durch öffentliche Fördermittel verbessert hat, ist es für Startups hierzulande leider nach wie vor schwierig, an ausreichend finanzielle Mittel zu kommen.  Jeder zweite Gründer bezeichnet die schwierige Start- up Finanzierung als größtes Hemmnis für Startups in Deutschland. Auch die Zeit, bis eine Finanzierungsrunde abgeschlossen ist, ist für junge Unternehmen oft sehr lang. Vom ersten Gespräch mit möglichen Investoren bis zur Finanzierung dauert es durchschnittlich ein gutes halbes Jahr. Finanzierungsrunden mit einem Business Angel sind in der Regel nach fünf Monaten abgeschlossen, bei Venture-Capital-Investoren nach etwa sieben Monaten.

Jedes dritte Startup kann sich einen Börsengang vorstellen

In unserer Startup Umfrage haben wir auch nach einem möglichen Börsengang gefragt. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Anzahl der Gründer, die sich einen Börsengang vorstellen können, gestiegen. Hatte vor einem Jahr nur jedes vierte Startup (28 Prozent) angegeben, dass es sich den Gang an die Börse vorstellen kann, so ist es nun jedes dritte (37 Prozent).

Jedes dritte Startup profitiert von öffentlichen Fördermitteln

Neben privaten Investoren spielen auch öffentliche Fördermittel eine wichtige Rolle bei der Startup Finanzierung. Jedes dritte Startup (36 Prozent) hat aktuell oder in der Vergangenheit staatliche Fördermittel von Bundesländern, dem Bund oder der EU erhalten. Gerade in der Frühfinanzierung helfen Förderungen durch das EXIST-Programm oder der High-Tech Gründerfonds jungen Startups. Für große Finanzierungsrunden fehlt es aber nach wie vor an privatem Venture Capital. Eine schnelle Umsetzung des vom BMF angekündigte Tech Growth Fund mit einem Volumen von 10 Milliarden Euro wäre daher ein wichtiges Zeichen an die deutsche Gründerszene. Beim Tech Growth Fund soll ein Gründer für jeden Euro Wagniskapital, den er erhält, einen zusätzlichen Euro Kredit aus dem Fonds erhalten. Insgesamt kommen so 20 Milliarden Euro für Startups zusammen.

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