Durch Startups wird der Arztbesuch digital

Mal schnell einen Termin beim Arzt vereinbaren – wie schön das wäre. Gerade bei Fachärzten muss man sich oft auf lange Wartezeiten einstellen. Einfacher und schneller geht es, wenn man den Termin direkt online vereinbart. Mit ein paar Klicks kann man den Kalender des gewünschten Arztes einsehen und sich einen Termin blocken. Zwar ist das noch nicht in allen Praxen möglich, 13 Prozent der Deutschen haben auf diese Weise jedoch schon einmal einen Arzttermin vereinbart. Weitere 33 Prozent können sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Und um den Termin auch nicht zu vergessen, hat sich jeder Zehnte schon einmal mittels SMS oder E-Mail daran erinnern lassen. 49 Prozent sind außerdem an dem Service interessiert.

Sprechstunde am Computer

Das zeigt eine repräsentative Befragung rund um das Thema Gesundheit und Medizin, die der Digitalverband Bitkom beauftragt hat. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Digitalisierung im Gesundheitssektor Fahrt aufnimmt. Die Innovationstreiber sind hier oft Health Startups. Inzwischen lassen sich schon längst nicht mehr nur Termine online vereinbaren, sondern auch ganze Sprechstunden über das Internet abhalten. So bietet das Lübecker Startup Patientus eine Plattform für Online-Sprechstunden an, die einfach über den Browser ablaufen. Weder Arzt noch Patient müssen sich so zusätzliche Software runterladen und können unkompliziert miteinander in Verbindung treten. Ähnlich wie beim Online-Banking werden die Daten mehrfach verschlüsselt, um eine abhörsichere Videosprechstunde zu garantieren.

Zweitmeinung – unkompliziert und schnell

Auch für das Einholen von Zweitmeinungen muss man inzwischen nicht mehr ewig auf Termine warten. Medexo, ein Startup aus Berlin, bietet ein Netzwerk von unabhängigen Gesundheitsexperten aus ganz unterschiedlichen Gebieten, die schnell und unkompliziert eine Zweitmeinung erstellen. Die Unterlagen der Erstmeinung werden dazu entweder per Einschreiben oder über eine verschlüsselte Verbindung an Medexo übermittelt und dort an den jeweils passenden Gesundheitsexperten weitergegeben. Außerdem muss der Patient Fragen zu seinem Gesundheitszustand beantworten, damit der IST-Zustand besser eingeschätzt werden kann. In der Regel dauert es nur wenige Tage, bis eine ausführliche Zweitmeinung im Postfach des Patienten landet.

Alle Unterlagen in einer App

Erst- und Zweitmeinungen, Befunde, Termine oder Rezepte – hier den Überblick zu behalten kann zur Herausforderung werden. Abhilfe schafft da connected-health.eu. Das Startup aus Hamburg hat mit der LifeTime App eine Lösung entwickelt, die Ärzten und Patienten gleichermaßen hilft. In der App können Patienten alle Dokumente ablegen, die bei einem Arztbesuch anfallen – vom Röntgenbild bis zu eigenen Notizen. Die Patientendaten werden über den LifeTime Hub, eine kleine Hardware, die in jeder teilnehmenden Praxis bereitsteht, auf das Smartphone geladen.

Wenn es nach den Befragten der Bitkom-Studie geht, sollten solche digitalen Services im Gesundheitswesen noch viel mehr angeboten werden. Eine deutliche Mehrheit (63 Prozent) unterschreibt die Aussage, dass Ärzte sollten gegenüber digitalen Angeboten offener sein sollten.

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