Digital Hubs in Deutschland – was ist für Startups drin?

Altmühltal statt Silicon Valley. Wer künftig das nächste große Ding rund um selbstfahrende Autos oder vernetzte Mobilität plant, wird nicht mehr nach Kalifornien, sondern nach München schauen. Denn dort entsteht gerade ein Mobility-Hub, einer von zehn bis zwölf „Digital Hubs“, die in Deutschland geplant sind. Längst wissen alle, dass bei der Digitalisierung unserer Wirtschaft mehr passieren muss. Doch noch immer fehlt es Startups zu oft an Geld und Kooperationspartnern, Mittelständlern und Großunternehmen an innovativen technologischen Lösungen, Wissenschaftseinrichtungen an Gelegenheiten zum Praxiseinsatz ihrer Forschung und Kapitalgebern an geeigneten Investitionsmöglichkeiten. Was nicht fehlt, sind Einsichten und Appelle, sondern Orte, wo man zusammenkommt und einfach loslegen kann.

Digitale Ökosysteme für die Leitbranchen

Bitkom-Präsident Thorsten Dirks hat deshalb die Idee der „Digital Hubs“ beim IT-Gipfel 2015 skizziert, ein Jahr später hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel das Konzept der „Digital Hubs Germany“-Initiative vorgestellt. In diesen Hubs sollen die Flaggschiffe der deutschen Wirtschaft mit Mittelständlern, Startups, IT-Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen ein digitales Ökosystem bilden. Entstehen sollen die jeweiligen Hubs dort, wo die Leitbranchen (z.B. Automobilbau, Logistik oder Finanzbranche) bereits besonders gut aufgestellt sind. So lassen sich die vorhandene Kräfte bündeln und es entstehen digitale Schwerpunkte, die auch international Beachtung finden. Bitkom-Präsident Dirks hat das Konzept im Interview mit „Gründerszene“ so erklärt: Wir müssen das Silicon Valley nicht kopieren – aber kapieren. Für zwei dieser Hubs ist der Startschuss bereits gefallen: In München entsteht ein Mobility-Hub, in Frankfurt ein Fintech-Hub. Außerdem sind in Dortmund und Hamburg Hubs zum Thema Logistik und in Berlin ein Hub zum Thema IoT geplant.

Optimale Vernetzungsmöglichkeiten für Startups

Für die Startup Szene bietet das Hub-Konzept viele Möglichkeiten, sich mit etablierten Unternehmen, Wissenschaftlern und Entscheidern zu vernetzen. So soll für jeden Hub ein Campus errichtet werden, auf dem Anwenderindustrie, Forschung und Entrepreneurship aufeinandertreffen. Coworking-Spaces, Testbeds und Makerspaces sind geplant und sollen optimale Bedingungen zum Arbeiten und Forschen bieten. Vor allem aber bietet ein solcher Hub Startups die Möglichkeit, die richtigen Ansprechpartner aus großen Unternehmen für ihre Idee und Lösung zu treffen. Wer etwa als Mobility Startup den Zugang zu Audi, BMW oder Daimler sucht, hat es nicht unbedingt einfach. Im künftigen Mobility-Hub in München sitzen aber genau die richtigen Leute aus diesen Global Playern der Autoindustrie.

Gründungsfinanzierung verbessern

Auch in Sachen Startup Förderung soll viel passieren. Regelmäßige Venture-Capital-Days auf dem Hub Campus sollen langfristig dazu beitragen, dass der Risikokapitalmarkt in Deutschland ausgebaut wird und bieten jungen Gründern die Gelegenheit, mit Geldgebern in Kontakt zu treten. Zusätzlich können Startups ihre Geschäftsmodelle im Rahmen von Wettbewerben austesten und weiterentwickeln und so schneller die Marktreife erreichen.

Mit dem Hub-Konzept soll die deutsche Innovationspolitik aufgerüttelt werden und zu den weltweit führenden Standorten der digitalen Wirtschaft aufschließen. Alle weiteren Informationen findet ihr hier: Digital Hub Initiative.

 

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.