Die Zukunft des Gesundheitswesens – Start-ups als Innovationstreiber

Maßgeschneiderte Arzneimittel, implantierte Mikrochips oder Operations-Roboter: Digitale Technologien werden die Medizin und Gesundheitswirtschaft in den nächsten zehn Jahren nachhaltig verändern. Das zeigt eine neue Studie des Digitalverbands Bitkom. „Schon heute messen wir per Fitnesstracker unsere Vitalwerte und motivieren uns so zu mehr Sport oder schicken unsere EKG-Daten an eine App, die uns bei Unregelmäßigkeiten warnt. Aber das ist erst der Anfang. Die Chancen der Digitalisierung für die Medizin sind noch lange nicht ausgeschöpft“, sagt Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder.

Start-ups in der Health-Branche„Digitale Technologien werden herkömmliche medizinische Verfahren optimieren oder sogar völlig neue, innovative Angebote hervorbringen“, so Rohleder. „Wichtig ist, dass wir jetzt die Voraussetzungen schaffen, um die Chancen dieser digitalen Revolution zu nutzen.“ Großes Potenzial, den Markt nachhaltig zu verändern und neue Entwicklungen voranzutreiben, haben laut Studie vor allem Start-ups: 69 Prozent der Befragten sehen Start-ups, beispielsweise aus dem Biotech-Bereich, als größte Konkurrenz für  etablierte Pharma- und Gesundheitsunternehmen. Mit 70 Prozent nur knapp davor liegen internationale Mitbewerber aus der Pharmabranche.

Start-ups als Innovationstreiber nehmen eine besondere Rolle ein, um das deutsche Gesundheitswesen auch zukünftig leistungsfähig zu gestalten. Sie erregen mit teilweise revolutionären Ideen großes Aufsehen, so zuletzt Tinnitracks als erste Gesundheits-App für Smartphones, die von einem Arzt verschrieben werden kann. Für Start-ups im Gesundheitswesen gibt es in Deutschland jedoch zahlreiche Hindernisse. Die Befragten sehen diese vor allem in der insgesamt zu starken Regulierung des Gesundheitssektors (61 Prozent). Zu nennen sind etwa das Fernbehandlungsverbot in der Musterberufsordnung für Ärzte, die Zulassungsvoraussetzungen nach dem Medizinproduktegesetz, die Röntgenverordnung oder auch die nicht immer praktikable Regelung der ärztlichen Schweigepflicht. Diese Rahmenbedingungen erschweren den Markteintritt für zukunftsgerichtete Lösungen, die die Patienten im Alltag wirkungsvoll unterstützen können.

Nach dem Auftakt im September trifft sich am 9. Dezember wieder das Get Started Health Network, um mit Start-ups und etablierten Akteuren des Gesundheitswesens die Handlungsspielräume neuer Technologien im Bereich Health auszuloten und die vorhandenen Rahmenbedingungen zu diskutieren.

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