Startup-Finanzierung: Den Ankündigungen müssen Taten folgen

Es ist die Kernherausforderung für Startups: Das leidige Thema mit der (Wachstums-)Finanzierung. Gute Ideen aus Deutschland werden noch zu oft aufgrund fehlender Finanzierung nicht international aufgestellt, sondern bereits in einer frühen Phase von ihren Gründern verkauft. Die Politik hat das Thema erkannt, schmückt sich mittlerweile gerne öffentlichkeitswirksam mit jungen Gründern und kündigt bessere Rahmenbedingungen an: in Parteiprogrammen, im Koalitionsvertrag, in der Digitalen Agenda. Nur: Den Ankündigungen müssen 2015 endlich Taten folgen, Deutschland muss als Standort für Startups international wettbewerbsfähig werden. Ein leichterer Zugang zur Börse für geeignete Startups, wie bei dem gestrigen Treffen von Bundeswirtschaftsminister Gabriel mit Vertretern von Banken, der Deutschen Börse und von Startups besprochen, kann dazu ein Weg sein.

Weitere gute Vorschläge enthält die aktuelle Bundesratsinitiative aus Bayern mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für Wagniskapital und Gründer zu verbessern. Über die vorgeschlagenen konkreten steuerlichen Maßnahmen berät die Länderkammer heute. Unter anderem sollen steuerwirksame Sofortabschreibungen beim Erwerb von Startup-Beteiligungen möglich werden, Verlustvorträge bei Veräußerung von Anteilen an Startups erhalten bleiben und Ausnahmen von der Mindestbesteuerung für junge Unternehmen geschaffen werden. Wir unterstützen alle der vorgeschlagenen Maßnahmen und fordern von der Politik eine zügige Umsetzung.

Es gibt bei der Förderung der dynamischen deutschen Startup-Szene keine einzelne Maßnahme, die alle Probleme auf einmal löst. Zielgerichtete steuerliche Verbesserungen helfen aber vielen Gründern und Investoren sofort und werden zu mehr Investitionen in Startups führen. Ebenso wichtig wie die Verbesserungen der Finanzierungsbedingungen für Startups ist es aber, auf alle Maßnahmen zu verzichten, die diese Initiativen konterkarieren und die Finanzierung von Startups gefährden. Dazu gehört die in den letzten Wochen intensiv diskutierte Bundesratsinitiative aus Hessen zur Besteuerung von Gewinnen aus der Veräußerung von Streubesitzbeteiligungen ebenso wie das vom Bundeskabinett beschlossene Kleinanlegerschutzgesetz, das die Startup-Finanzierung durch Crowdinvesting massiv verschlechtern würde. Mit der Hüh-Hott-Politik muss Schluss sein. 2015 muss es darum gehen, dass wir eine Startup-Förderung aus einem Guss bekommen und die Gründungsbedingungen in Deutschland wirklich spürbar verbessern. Schon die fortwährende Diskussion um nachteilige Maßnahmen in diesem Bereich schadet dem Finanzierungsklima für Startups in Deutschland massiv, da sie die Zurückhaltung der Investoren bestärkt.

 

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.