Dem einheitlichen digitalen Binnenmarkt ein Stück näher? Französisch-Deutsche Konferenz zur digitalen Wirtschaft in Paris

Mit der heute stattfindenden Französisch-Deutschen Konferenz zur digitalen Wirtschaft eröffnet sich dem europäischen Raum eine große Chance:  Die Konferenz schafft die Möglichkeit, einem einheitlichen digitalen Binnenmarkt ein gutes Stück näher zu kommen. Laut Bitkom wäre dieser nicht nur für die europäische Digitalwirtschaft allgemein wichtig, sondern insbesondere auch um aufstrebende Startups zu unterstützen. „Wir brauchen einen europäischen Wirtschaftsraum, in dem digitale Innovationen grenzübergreifend gefördert und nicht von Barrieren wie zum Beispiel unterschiedlichen datenschutz- oder steuerrechtlichen Vorschriften ausgebremst werden. Nur so kann das Potenzial der Digitalisierung für Menschen, Unternehmen und Behörden voll ausgeschöpft werden“, so Joachim Bühler, Geschäftsführer im Bereich Politik und Wirtschaft beim Digitalverband Bitkom.

Auf der heutigen Französisch-Deutschen Konferenz treffen sich unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der französische Staatspräsident  François Hollande zusammen mit Vertretern aus Wirtschaft und den Gewerkschaften. In zwei Panels werden auch Fragen diskutiert, wie Startups in den einzelnen Ländern besser unterstützt werden können.

„Ein digitaler europäischer Binnenmarkt bietet Startups die Chance, schneller zu wachsen und dann im globalen Wettbewerb mit Unternehmen aus den USA oder Asien besser zu bestehen“, kommentiert Bühler. Insbesondere die steuerlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten müsse abgebaut werden.

Im Laufe der Konferenz wird dazu der Beirat Junge Digitale Wirtschaft  des Bundesministeriums für Energie und Wirtschaft und der französische Nationalrat für Digitales einen „Aktionsplan für Innovation“ an Bundeswirtschaftsminister Gabriel und seinen französischen Kollegen Macron übergeben.  Dieser in Kooperation entstandene Plan enthält 15 Vorschläge für den gemeinsamen Aufbau des digitalen Binnenmarktes in Europa. „Hiervon erhoffen wir uns wichtige Impulse für die europäische Startup-Szene“, so Bühler.

Zentrale Punkte des Aktionsplans sind der Aufbau eines europäischen Ecosystems für Startups und die Finanzierung von digitalen Innovationen. Europa müsse jungen Unternehmen von Anfang an ermöglichen, sich als europäisches Startup zu positionieren. Folgende Forderungen sieht der Plan dazu vor:

  • Aufbau von realen und virtuellen Plattformen für die europaweite Zusammenarbeit von Startups, Investoren, KMUs und großen Konzerne für die Digitale Wirtschaft
  • Aufbau von europäischen Austauschprogrammen zwischen Inkubatoren, Clustern und Hubs für Gründer von digitalen Startups in verschiedenen europäischen Städten
  • Ausbau der steuerlichen und sozialen Harmonisierung von Rahmenbedingungen für die schnelle und einfache Entwicklung von Startups innerhalb von Europa

Europa müsse seinen Unternehmen zudem einen nachhaltigen Zugriff zur Finanzierung von digitalen Innovationen bieten. Zur Umsetzung werden folgende Punkte in den Fokus gerückt:

  • Gestaltung eines attraktiven Umfelds für Investments von Business Angels in digitale Innovationen in Europa
  • Verbesserung des Zugangs von digitalen Startups zu den Finanzmärkten und Schaffung eines zugehörigen Börsensegmentes in Europa
  • Förderung eines Übergangs von einer kredit-basierten Finanzierung zu einer Beteiligungsfinanzierung von privaten und öffentlichen Geldgebern

 

Den vollständigen „Aktionsplan für Innovation“ findet ihr hier.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.