CES 2016 – das sind die Top-Trends

Heute startet in Las Vegas die CES 2016, bei der über 170.000 Besucher erwartet werden. Mit mehr als 22 Hektar Fläche und über 3.600 Ausstellern bricht die weltgrößte Messe für Consumer Electronics erneut alle Rekorde. Die CES war einst der Ort, an dem Newcomer wie der Videorekorder, der CD-Player oder die DVD Premiere feierten. Welche Trends und Neuheiten erwarten uns in diesem Jahr?

Augmented Reality – eine neue Sicht auf die Dinge

Schon während der Lagerarbeiter den Karton auspackt, bekommt er auf dem Brillenglas angezeigt, in welches Regal die Waren kommen. Klingt futuristisch, könnte aber bald schon Realität sein, und zwar Augmented Reality. Neben internationalen Herstellern haben deutsche Unternehmen wie das Bremer Start-Up Ubimax Smart Glasses entwickelt, die Web-Daten direkt in das Sichtfeld der Nutzer einblenden. Übrigens können sich 38 Prozent der Deutschen vorstellen, die Brillen zu nutzen. Internationale Hersteller zeigen die neuesten Modelle in dieser Woche in Las Vegas.

Die Brille als Tor in eine neue Welt – Virtual Reality

Wer gleich in eine ganz neue, virtuelle Welt eintauchen möchte, setzt sich eine Virtual-Reality-Brille auf, die auf dem integrierten Bildschirm Videos und Bilder im 3D-Format zeigt. Da die Brille die Bewegungen des Nutzers mitverfolgt, bewegt man sich quasi im virtuellen Raum. Erst neulich auf der hub conference hat das Münchener Start-Up innoactive seinen Virtual-Reality-Showroom gezeigt. Mein persönlicher Eindruck von VR-Brillen: Wer einmal in der virtuellen Realität war, findet die echte Realität langweilig. Virtual Reality ist übrigens nicht nur was für Gamer und Tech-Fans, sondern kommt auch in kommerziellen Bereichen zum Einsatz. Ein interessantes Beispiel dafür ist die Software von inreal, mit der man 3D-Raumpläne virtuell begehen kann.

Wearables der nächsten Generation – Connected Sportswear

 

Wearables sind bei Verbrauchern angekommen. 2015 lag der Absatz für Smartwatches und Fitnesstracker bei 1,72 Millionen Geräten und brachte Umsätze von 240 Millionen Euro. Der Preis für intelligente Uhren lag im Durchschnitt bei 262 Euro, für Fitness-Tracker zahlten Verbraucher 66 Euro. Neben den smarten Uhren und Armbändern gibt es mittlerweile sogar vernetzte Sportkleidung wie den Antelope Suit. Die in Shirt und Hose eingebauten Elektroden aktivieren spezielle Muskelgruppen beim Training und machen es damit noch effektiver. Andere Geräte wie The Dash von Bragi ersetzen den Fitnesstracker am Handgelenk durch einen winzigen Knopf im Ohr, der auch als Kopfhörer und Headset dient – die Verbindung zum Smartphone per Bluetooth macht’s möglich.

 

Wearables auf der Bitkom hub conference 2015

Smart Home – Energiesparen per Smartphone-App

 

Smart Home setzt sich durch. Bis 2020 werden in Deutschland eine Million Haushalte mit Smart-Home-Lösungen ausgestattet sein. Auch auf der CES geht es um neue Technologien für das Smart Home, wie zum Beispiel Kameras, die Sensoren für Bewegungen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem Gehäuse vereinen. Deutsche Start-Ups haben ebenfalls Lösungen entwickelt, mit denen sich die Haustechnik per Smartphone und Tablet steuern lässt. Beispiele sind das smarte Thermostat von tado, mit dem man die Heizung auch von unterwegs bedienen kann oder die intelligente LED-Birne comfylight. Selbst wenn niemand Zuhause ist, schaltet sie sich automatisch an und aus und erweckt den Eindruck, dass daheim reges Leben herrscht. Der eingebaute Sensor erkennt außerdem Bewegungen im Raum und sendet eine Mitteilung ans Handy, wenn sich jemand unerlaubt Zutritt verschafft hat.

 

Mobilität der Zukunft – Connected Cars, selbstfahrende Autos und Elektrofahrzeuge

Neben der klassischen Unterhaltungselektronik rückt die intelligente Mobilität zunehmend in den Mittelpunkt der CES. In diesem Jahr haben einige Hersteller angekündigt, neue Modelle mit Elektromotor zu präsentieren. Aktuell können sich übrigens 69 Prozent der Deutschen vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Das Connected Car, das mit Tablet und Smartphone interagiert, ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern wird bald schon ein wichtiges Verkaufsargument sein: 85 Prozent der Deutschen werden in zehn Jahren beim Autokauf verstärkt darauf achten, dass die Benutzeroberfläche im Cockpit mit den gängigen Smartphone-Betriebssystemen kompatibel ist. Und auch selbstfahrende Autos, die mithilfe von IT automatisiert gelenkt und gesteuert werden, sind keine Utopie mehr. Bereits im letzten Jahr wurde auf der CES ein neuer Prototyp des Driverless Car vorgestellt. Hierzulande dürfte das System Erfolg haben: 37 Prozent der Bundesbürger sagen heute bereits, sie würden ein selbstfahrendes Auto kaufen.

 

3D-Druck – Zähne, Möbel oder Brillenfassungen selbst herstellen

Zugegeben, 3D-Drucker sind mittlerweile keine wirkliche Tech-Neuheit mehr. Was aber neu hinzugekommen ist, sind etliche Anwendungsbereiche. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir unsere Zahnimplantate, Flip-Flops oder Brillengestelle selbst ausdrucken können. Sogar Möbel können bald schon per Druckauftrag hergestellt werden. Der große 3D-Drucker von BigRep zum Beispiel ist in der Lage, Objekte von 1,3 Kubikmeter Volumen auszudrucken. Das Sofa, der Kleiderschrank oder ein Esszimmertisch per Druckauftrag könnten also bald schon massentauglich sein. Modelle aus dem 3D-Drucker bekommt man z.B. über 3YOURMIND mit wenigen Klicks.

 

New TV – auf 4K Ultra HD folgt jetzt 8K Super UHD

Größer, schärfer, heller: Bei Fernsehern geht der Trend klar hin zu größeren Bildschirmen mit einer immer höheren Auflösung. Auf der CES wird dieses Jahr ein neues offizielles Logo für 4K Ultra HD mit einer 3.840×2.160 Pixeln vorgestellt. Außerdem wird mit Spannung der erste Prototyp des 8K Super UHD-Fernsehers erwartet, der mit 7.680×4.320 Bildpunkten auflöst. Gute Nachricht für die Branche: Verbraucher sind bereit, für den Flat-TV auch mehr zu bezahlen. Lag der Durchschnittspreis für ein TV-Gerät 2014 noch bei 556 Euro, gab der Verbraucher 2015 im Schnitt 568 Euro aus. Weiterer Trend bei TV-Bildschirmen ist HDR (High Dynamic Range), das vielen von der Smartphone-Kamera bekannt sein dürfte, wo HDR-Bilder automatisch Helligkeitsunterschiede ausgleichen. Beim TV sorgt HDR für ein besonders kontrastreiches Bild mit einer erweiterten Farbvielfalt.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.