Auftakt zum Get Started Health Network

Am 16. September war es nun endlich soweit. Mit dem Ziel, allen Akteuren im Gesundheitswesen die Möglichkeit zu geben, auf Augenhöhe die Handlungsspielräume neuer Technologien auszuloten und die vorhandenen Rahmenbedingungen zu diskutieren, traf sich das Get Started Health Network zum ersten Mal. Der Auftakt im hub:raum Berlin stand von Beginn an unter einem guten Stern. In seinen Frühnachrichten berichtete der Deutschlandfunk am Morgen, dass zum ersten Mal eine Gesundheits-App für Smartphones von einem Arzt verschrieben werden kann.

Später am Tag traf sich ein Kreis von knapp 25 Teilnehmern aus Startups, Inkubatoren und Investoren sowie Bundesministerium für Gesundheit, Krankenkasse und etablierter Gesundheitswirtschaft. Damit war der Rahmen gesetzt, denn genau um die innovative und bisweilen auch disruptive Kraft der Startups für das etablierte und mitunter träge Gesundheitswesen soll und wird es bei dem Netzwerk gehen, das sich künftig einmal pro Quartal treffen wird.

Der erste Impuls kam von Max Müller, Chief Strategy Officer von DocMorris. Müller konnte auf eine lange und erfahrungsreiche Zeit von DocMorris als Startup in der New-Economy-Ära bis heute zurückblicken und aufzeigen, welche Potentiale immer noch im pharmazeutischen Bereich etwa bei Wechselwirkungschecks, Therapietreue, Kontraindikationsprüfung ungenutzt sind. „Wir brauchen eine Kultur des Erlaubens, nicht des Verbietens“, so sein abschließendes Fazit mit Blick auf die enormen Herausforderungen für innovative Lösungen im Gesundheitswesen. Johannes Bittner, Gründer und Geschäftsführer von Was hab’ ich? und Betreiber von healthcare-startups.de, zeigte auf, wo es für Startups lohnenswert ist, im Gesundheitssektor Engagement zu zeigen und machte den Unternehmen Mut, nicht vor regulatorischen Hindernissen zurückzuschrecken. „Bitte tut euch das an“, so sein Rat an Startups und Gründungsinteressierte im Gesundheitsbereich.

Nino Mangiapane, Referatsleiter Gesundheitstelematik/E-Health im Bundesministerium für Gesundheit, erläuterte die unterschiedlichen Dimensionen für neue mobile Gesundheitsdienste: Apps zur Prävention und Fitness, Apps zur Diagnostik und Therapie und die Anwendbarkeit des Medizinproduktegesetzes, Datenschutz und Datensicherheit als Rahmenfaktoren. Mit Blick auf innovative Entwicklungen empfahl er, diejenigen mitzunehmen, die im System sind. Matthias Auth, Leiter Marketing der AOK Nordost, erläuterte, warum die Versicherung künftig den Kauf von Smartwatches finanziell unterstützen wird. Im Zuge der Diskussion wurde deutlich, dass gerade der Präventionsaspekt wichtig ist. Auth unterstrich, dass mit weiteren Innovationen bei der AOK zu rechnen sein wird. Der letzte Beitrag stammte von Henrik Matthies, Managing Director von Mimi Hearing Technologies. Er sprach über den Weg zu einem völlig neuen Verständnis beim Thema Hearing und machte deutlich, dass es nicht ausreicht, wenn aus Deutschland gute Produktideen kommen. Diese müssen auch bis zur Marktreife und bis zum wirtschaftlichen Erfolg umgesetzt werden können.

Die abschließende Diskussion zeigte noch einmal deutlich, dass innovative Lösungen etablierte Geschäftsmodelle in Frage stellen und dadurch Abwehrreflexe auslösen. Umso wichtiger bleibt, dass eine sachliche und unaufgeregte Diskussion über die Rahmenbedingungen für Digital Health Lösungen geführt wird. Das Kick-Off-Meeting des Get Started Health Network hat hier den Startpunkt gelegt, weitere Veranstaltungen werden folgen – die nächste am 9. Dezember.

 

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