Auf der Überholspur? Das Trendthema Same-Day-Delivery

Wer online shoppt, der möchte vor allem unabhängig von Öffnungszeiten sein. Jederzeit und überall einkaufen zu können ist ein Luxus, den sich viele gönnen: 54 Millionen Menschen in Deutschland kaufen via Internet ein. Das ergab eine neue Studie des Digitalverbands Bitkom.

Für die Branche Grund genug sich dem Thema Lieferzeit zu widmen. Der Trend: Same-Day-Delivery. Das Versprechen: im Internet bestellte Ware soll noch am gleichen Tag den Weg zum Kunden finden. In den USA liefern sich Firmen wie Amazon, Google und Co. bereits einen harten Wettkampf um den neuen Markt.

Auch in Deutschland wagen sich einige Online-Händler und Lieferunternehmen an der Zustellung am gleichen Tag. Start-ups wie Tiramizoo oder Shippies haben Same-Day-Delivery bereits an ausgewählten Standorten realisiert; letzten November hat Auktionsriese Ebay in Berlin einen ersten Testlauf durchgeführt.

Doch wo in Deutschland die taggleiche Lieferung bereits möglich ist, kostet sie viel. Abhängig von Größe des Pakets und Liefergeschwindigkeit beginnen die Preise bei knapp zehn Euro und schießen dann weiter schnell in die Höhe. Genau hier liegt das Problem: Laut dem Forschungsinstitut ibis Research der Universität Regensburg waren von rund 700 befragten Kunden nur 27 Prozent bereit, den Service der schnellen Lieferung einen Aufpreis zu bezahlen. Sinnvoll scheint Same-Day-Delivery deshalb nur in speziellen Fällen oder für ganz bestimmte Kundengruppen zu sein: sei es der Last-Minute-Weihnachtskauf oder Lebensmittellieferungen für einzelne Händler.

Damit bleibt Same-Day-Delivery in naher Zukunft noch ein Nischenmarkt mit viel Potential, den es zu knacken gilt. Das Interesse des Kunden ist in jedem Fall vorhanden: die aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass 58 Prozent der Befragten Angebote wie Same-Day-Delivery nutzen wollen oder zumindest dem Service nicht abgeneigt sind.

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