allygator shuttle: Wie Demand Responsive Transport die Mobilität verändern wird

von Manuel Hellmanzik, Door2Door

Am 16. Mai 1881 eröffnete Werner von Siemens in der Gemeinde Groß-Lichterfelde  – heute Berlin – die erste elektrische Straßenbahnlinie der Welt. Ein Jahr später präsentierte er den ersten elektrischen Oberleitungsbus auf dem Kurfürstendamm. Zur damaligen Zeit war das ein Quantensprung im Bereich der öffentlichen Mobilität. Doch was hat sich seither geändert? Viele Berliner sind mit Omnibussen beziehungsweise U- und Straßenbahnen mobil unterwegs. Alles ist ein wenig moderner geworden – Busse haben Klimaanlage, Tickets gibts heute am Automaten. Aber am strukturellen Prinzip der Fortbewegung hat sich nichts geändert.

Die Digitalisierung bringt neue Dynamik auf die Straße

Das wird nicht so bleiben. In den kommenden 10 Jahren wird der Nahverkehr wieder große Quantensprünge unternehmen. Moderne Technologien und die Digitalisierung  bringen neue Dynamik und neue Chancen. Die Elektrifizierung von Fahrzeugen wird Abgasemissionen  signifikant senken. Die junge Sharing-Economy macht heute schon Fahrten von A nach B günstiger und flexibler, in Städten sowie auf langen Strecken. Bald werden autonome und vernetzte Fahrzeuge die Fortbewegung deutlich komfortabler, günstiger und sicherer machen. Wie werden diese Innovationen auf den öffentlichen Verkehr in Städten übertragen werden? Und viel wichtiger: welche Rolle wird der öffentliche Nahverkehr in Zukunft spielen?

Demand Responsive Transport

Wir sind überzeugt, dass wir vor einer echten Renaissance des ÖPNV stehen. Der Schlüssel hierfür ist der sogenannte “Demand Responsive Transport” (DRT).  Anders als bei derzeitigen öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es bei diesem Konzept keine starren Routen oder feste Fahrpläne. Zeitpunkt und Abholort sind vielmehr von Nutzeranfragen abhängig, die Routen der Fahrzeuge werden dynamisch kalkuliert. Und das Beste daran: dieses Konzept birgt die Chance, den privaten PKW völlig obsolet zu machen und die Vision “autofreie Stadt” zu verwirklichen.

Eine jüngste Studie der OECD für die Stadt Lissabon hat gezeigt, dass 3% der Fahrzeuge als “shared, on-demand shuttles” alle übrigen 97% der Fahrzeuge absorbieren. Staus verschwinden, Emissionen sinken rapide und Parkplätze können als neuer Lebensraum für Menschen revitalisiert werden (Quelle). Indem öffentliche Verkehrsunternehmen “DRT” in ihre Flotte integrieren, können sie den Bürgern einen vollumfänglichen Service anbieten. Das Ende des privaten Autos in der Stadt. Und der Anfang für eine nachhaltige, günstige und effiziente Mobilität.

Ally App: Wie komme ich am besten von A nach B?

Unsere Company, die Door2Door GmbH, beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Digitalisierung und mobile Technologien den ÖPNV von morgen gestalten wird. Die “ally mobility app” ermöglicht ein umfassendes Verständnis sowie eine Analyse von städtischer Mobilität. Die multimodale Verkehrs-App zeigt Nutzern unter Einbeziehung aller wichtigen städtischen Verkehrsmittel wie Bus, Tram, Taxi, U-Bahn, DriveNow oder car2go den schnellsten beziehungsweise günstigsten Weg von A nach B.

Sie ist in über 200 Städten weltweit verfügbar und wurde von Apple als “Best App 2015” ausgezeichnet. Durch die anonymen Daten, die wir seit der Einführung der App vor mehr als 2 Jahren gewonnen haben, können wir Mobilität in der Stadt analysieren und verstehen. Diese Analyse ermöglicht es uns vorherzusagen, wo in Echtzeit Nachfrage besteht und durch einen DRT-Service sinnvoll bedient werden kann. Für den effizienten Betrieb eines DRT-Service sind die Prognosen enorm wichtig. Die Fahrzeuge werden dann automatisch dort hin geleitet und fahren in Kombination mit dem Sharing-Faktor extrem effizient.

Allygator – Next Level Shuttle Service

allygator shuttle

Lässt sich bequem per App buchen: Der allygator shuttle

Anfang August haben wir darüber hinaus die Testphase mit unserem “DRT”-Service, dem allygator shuttle, in Berlin gestartet. Das Prinzip ist einfach: Über die allygator shuttle App buchen Nutzer einen Shuttle-Bus. Fahrzeit, Preis und Fahrer werden vorab verbindlich angezeigt, über eine Karte lässt sich die Route des Fahrzeugs in der App verfolgen. Ein Algorithmus berechnet den Fahrweg, auf dem Mitfahrer mit ähnlichen Routen gebündelt werden und diese so ohne großen zeitlichen Mehraufwand ihr Ziel erreichen. Die Vorteile sind klar: Durch die Sharing-Komponente wird jede Fahrt günstiger und effizienter, gleichzeitig erhöht sich die Flexibilität und damit der Komfort für die Kunden. In naher Zukunft sorgen elektrische und autonom fahrende Fahrzeuge für nahezu null Emissionen und noch mehr Flexibilität. Wir begleiten Städte und öffentlichen Verkehrsunternehmen bei dem gerade stattfindenden Mobilitätswandel.  

 

Unsere Rolle dabei ist die eines “Enablers”: Door2Door stellt ein vollständiges Gesamtkonzept zur Verfügung, so dass die Verkehrsunternehmen den Service als sinnvolle Ergänzung zu ihrem bestehenden Angebot eigenständig betreiben können. Bereits heute arbeiten wir mit vielen Städten und ÖPNV-Unternehmen in Deutschland, Europa und Übersee an der Einführung von DRT, dem allygator shuttle. Dabei haben wir  gewichtige Argumente auf unserer Seite: Weniger Autos, weniger Emissionen, mehr attraktiver Lebensraum in den Städten bei gleichzeitig höherer Kundenzufriedenheit. So wollen wir wie Werner von Siemens vor über 130 Jahren einen weiteren großen Schritt in der Welt der Mobilität vollziehen.

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