Get Started Gründerfrühstück: Gesundheitsminister Hermann Gröhe zu Startups und Digital Health

Zum ersten Get Started Gründerfrühstück im neuen Jahr begrüßten wir den Bundesgesundheitsminister. Vor 200 Teilnehmern diskutierte Hermann Gröhe zu Startups und Digital Health mit Jörg Land, Gründer und Geschäftsführer Sonormed GmbH (Tinnitracks).

Digital Health trifft einen Nerv – das war nicht zu übersehen beim Gründerfrühstück: ein rappelvolles Basecamp schon um 8 Uhr früh. Neben dem Thema hatte sicherlich auch die interessante Besetzung auf dem Podium die Besucher angezogen: Der Bundesgesundheitsminister und Jörg Land waren eingeladen, um über Chancen und Risiken der Digitalisierung im Healthcare-Bereich zu sprechen, und insbesondere über Hürden für aufstrebende Startups.

Und eines machte der Minister direkt zu Beginn deutlich: Er gehört nicht zu den Schwarzmalern, die bei jeder Gelegenheit mantra-artig wiederholen, eine App könne ja nicht den Arzt ersetzen. Gröhe sieht vor allem die Chancen der Digitalisierung für die Menschen und möchte sie davon „überzeugen“, so der Minister: „Mobile Health kann dazu beitragen, länger ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“ Intelligente Gesundheits-Apps wie auch Telemedizin seien dringend notwendig und sinnvoll, um Antworten auf die künftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu finden, gerade angesichts des demografischen Wandels und des Ärztemangels in strukturschwachen Regionen.

Gröhe machte dabei auch klar: Gerade Anwendungen, die etwa chronisch Kranken helfen und lebenswichtige Vitalfunktionen analysieren, müssen sorgfältig getestet werden, bevor Patienten die Technik nutzen können. Die strengen Standards des Medizinprodukterechts haben für Unternehmer, die das Verfahren erfolgreich hinter sich gebracht haben, auch einen Vorteil, wie Jörg Land betonte: Denn wer im ersten Gesundheitsmarkt erfolgreich sein will und eine Vergütung durch die Kassen erreichen will, muss die Dokumentationen zum Medizinprodukterecht vorweisen. Mit Tinnitracks ist Sonormed eines der ersten Healthcare Startups, die den Schritt in den ersten Gesundheitsmarkt erfolgreich hinter sich gebracht haben.

Klar ist aber auch, dass die aufwändige Prüfung nach dem Medizinprodukterecht junge Unternehmen, die nur zwei Jahre haben, um die Investoren von Ihrem Produkt zu überzeugen, stark fordert. Nicht selten dauere das Prozedere länger als die durchschnittliche Lebensdauer eines Startups, so Land. Umso klarer wurde im Zuge der Diskussion, dass die Entscheidung der Krankenkassen, welche Innovationen wie gefördert werden, in einem strukturierten Prozess erfolgen sollte. Es brauche klare Kriterien, damit die Startups abschätzen können, ob es sich lohnt, den Sprung zu wagen, so Land. Gröhe plädierte dafür, die berechtigten Sicherheitsinteressen und die notwendige Schnelligkeit bei der Zulassung in eine bessere Balance zu bringen. Ob der Innovationsfonds hier den richtigen Rahmen bietet, blieb offen.

In Erinnerung bleiben wird allen Zuhörern sicherlich eine prägnante Kurzformel des Ministers: „Wir sind die Chancenanwälte. Sorgenanwälte gibt‘s genug.“ Das macht Lust auf Folgetreffen, die der Minister schon angeboten hat.

 

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