EXIST: GUT, ABER…
Fünf Vorschläge zur Optimierung

Das EXIST-Gründerstipendium für universitäre Ausgründungen des Bundeswirtschaftsministeriums leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass viele Gründer ihren Traum vom eigenen Unternehmen realisieren können. Sie erhalten ein monatliches Stipendium, Sachkostenzuschüsse sowie finanzielle Unterstützung für Maßnahmen wie Coaching.

EXIST-Teams berichten insgesamt positiv über das Programm. Dennoch gibt es an mehreren Stellen Verbesserungsbedarf, um das Programm besser an das Tagesgeschäft eines Startups anzupassen.
Gemeinsam mit EXIST-Gründern hat der Bitkom fünf Punkte identifiziert, mit denen EXIST noch effektiver und gründerfreundlicher wird.

Unsere fünf Vorschläge zur Optimierung von EXIST:

1. Gründer-Stipendien nicht besteuern

Bislang hängt es vom jeweiligen Finanzamt ab, ob das Stipendium als zu versteuerndes Einkommen angesehen wird. Diese regionale Ungleichheit muss behoben werden.
Wir fordern daher eine bundesweit einheitliche Regelung, das EXIST-Stipendium nicht zu besteuern.

2. Sachmittelzuschuss als Pauschale auszahlen

Um unnötige Bürokratie zu vermeiden, fordern wir, dass der Zuschuss für Sachmittel zu Beginn der Förderung als Pauschale ausgezahlt wird. Damit entfällt die bürokratische Einzelbeantragung und Gründer können sich mehr voll und ganz auf ihr Startup konzentrieren. Auch die Notwendigkeit der Einhaltung von Beschaffungsrichtlinien der Hochschulen entfällt dadurch. Diese hat in der Vergangenheit bei einigen Startups zum Beispiel den Einkauf wichtiger Hardware außerhalb der EU untersagt.

3. Kosten der Gründung finanzieren

Bislang dürfen die Kosten der Unternehmensgründung nicht mit den Fördermitteln selbst bezahlt werden, etwa Rechtsanwalts- und Notarkosten. Wenn aber aus der Idee ein Unternehmen werden soll, muss es möglich sein, auch diese notwendigen Ausgaben mit Fördermitteln bezahlen zu können.

4. Alumni-Netzwerk schaffen und Austausch fördern

Die geförderten EXIST-Stipendiaten werden nach Auslaufen der Förderung nicht weiter in das Programm eingebunden. Mit einem Alumni-Netzwerk und dem Austausch zwischen früheren und aktuellen Stipendiaten wird wertvolles Wissen gesammelt und ausgetauscht.

5. Besser mit Gründern kommunizieren

Ab Einreichung des Förderantrags bis zur schriftlichen Antwort durch den Projektträger findet keine Kommunikation statt. Nach der ersten Durchsicht der Antragsunterlagen sollte mindestens ein Gespräch / Telefonat zwischen Projektträger und Antragsteller stattfinden. In diesem kann ein erstes Feedback gegeben und offene Fragen zum Antrag geklärt werden.

Manche Verbesserungen sind sehr einfach und ohne Kosten umzusetzen. EXIST-Gründer haben vermehrt darauf hingewiesen, dass auf dem elf Seiten langen Zuwendungsbescheid mehrfach auf die Folgen von Subventionsbetrug hingewiesen wird. Einen Glückwunsch zum eigenen Startup sucht man dort aber vergeblich.